Schlagwort: investment

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Auch private Investoren blicken über die Grenzen

Landesgrenzen sind für private Investoren längst kein Hemmnis mehr. Investiert wird in alle Assetklassen.

Arnold Immobilien war doch sehr stark im Zinshaus-Segment verankert. Jetzt reicht aber Ihr Tätigkeitsfeld weit darüber hinaus.

Im Interview

Markus Arnold

Markus Arnold ist Geschäftsführer von Arnold Immobilien. Das Unternehmen ist auf die Vermittlung von Immobilieninvestments in Österreich, Deutschland, Tschechien, Ungarn und der Slowakei spezialisiert. Arnold Immobilien wurde 2008 von Markus Arnold gegründet und zählt heute zu einem der führenden Anbieter der Branche. Das Unternehmen hat bis dato in fünf Ländern über 15.000 Kunden betreut und […]

Arnold: Gewerbe war zwar immer ein Thema, aber kein Ziel in dieser Dimension. Doch wir merken, wie wichtig das Investmentmakeln geworden ist. Die Mandanten, die nur eine Assetklasse suchen, werden immer weniger. Wir sehen tagtäglich, dass die Investoren auch über die Grenze schauen und ihr Portfolio optimieren und vergrößern wollen. Es werden Immobilien gesucht, die am besten in das Portfolio passen.

Howsepian: Menschen, die Geld auf der Bank haben, wollen investieren. Das ist der Grund, warum wir uns breiter aufstellen. Es gibt am Ende des Tages immer nur DAS Investment, und das muss sich natürlich rechnen, denn Investoren prüfen sehr genau. Der Anlagedruck steigt, daher begleiten wir unsere Investoren auch in neue Märkte und machen ihnen neue Assetklassen wie beispielsweise Gewerbeimmobilien zugänglich.  Denn unsere Kunden haben alles – außer Zeit.

Im Interview

Sewada Howsepian

Sewada Howsepian (43) leitet mit seinem fünfköpfigen Team seit 2017 die Abteilung für Gewerbeinvestment bei Arnold Immobilien. Der gebürtige Grazer mit armenischen Wurzeln war davor sieben Jahre bei Arnold Immobilien als Investmentmakler tätig. Der Spezialist für Gewerbeimmobilien ist Absolvent der WU Wien und IREBS.  www.arnold-immobilien.at

Arnold: Tatsächlich ist es eine Frage der Zeit, das ist bei Menschen mit Vermögen noch viel extremer. Wir ersparen daher den Investoren unnötige Wege, indem wir schon im Vorfeld prüfen, für welchen Kunden welche Objekte interessant sein könnten. Man muss bei Gewerbeimmobilien aber auch die Branche dahinter verstehen können. Bei Büro und Retail ist natürlich auch das wirtschaftliche Umfeld eines Landes entscheidend. Ebenso muss man bei einem Hotelinvestment die touristische Situation genau kennen. Das Zusammenspiel aller Faktoren ist wichtig.

Um welche Summe geht es bei den Investments?

Arnold: Das sind meistens Größenordnungen ab rund fünf Millionen Euro. Viele Investoren, vor allem Private, kaufen eher zehn Objekte um fünf Millionen als eines um fünfzig.

Welche Projekte sind gefragt?

Arnold: Es werden fast alle Assetklassen in Erwägung gezogen. Das ist von Investor zu Investor verschieden – je nachdem, welches Nahverhältnis zu einem Segment besteht. Wir haben Privatinvestoren, die sich überlegen, in Garagen zu investieren. Viele wollen kaufen, aber viele wollen auch verkaufen. Es wird mit allen Assetklassen geliebäugelt.

Howsepian: Die Breite ist unglaublich. Neben Retail geht es immer mehr in Richtung Distributions- und Logistikimmobilien. Auch Hotels werden immer interessanter und natürlich Hybridformen, also gemischt genutzte Objekte.

Arnold: Die Investoren sind reifer geworden. Auf der einen Seite werden in Segmenten wie Wohnen die Renditen immer niedriger und auf der anderen Seite gehen die Kunden auf Nummer sicher und setzen ihr Portfolio immer breiter auf. Gewerbe ist tatsächlich nicht so riskant, wie es früher wahrgenommen wurde.

Und in den Ländern Deutschland, Tschechien, Slowakei und Ungarn, wo Arnold Immobilien ebenfalls vertreten ist?

Howsepian: Prinzipiell muss man sagen, wenn Kunden fünf Millionen Euro und mehr in Assets investieren, dann tun sie dies eventuell auch im Ausland, um das Risiko zu diversifizieren. 

Gewerbeimmobilien sind „Commodities“ und funktionieren in den verschiedenen Ländern sehr ähnlich. In den Märkten, in die wir eintreten, wissen wir genau, was gesucht wird.

Arnold: Unabhängig von Österreich sind natürlich auch unsere Nachbarländer gefragt, und dazu gehört mittlerweile auch Italien. Immer interessanter wird auch Spanien oder Portugal. Unser nächster Expansionsschritt wird vermutlich in die beiden letztgenannten Länder sein. Aber den Schritt setzen wir vorsichtig und bewusst, da wir in jedem Land die Qualität bieten wollen, die wir in Österreich haben. In Berlin hatten wir zum Beispiel einen Vorlauf von einem Jahr, bis wir das richtige Team positioniert hatten.

Noch ganz ein anderes Thema: Bratislava wächst immer näher an Wien heran, und einige Menschen ziehen in die slowakische Hauptstadt und pendeln zur Arbeit nach Wien.

Howsepian: Wir kennen auch Käufer, die Wohnungen in Bratislava erwerben und nach Wien pendeln. Mit dem Pkw dauert das eine knappe Stunde. Die slowakische Hauptstadt hat eine ganz andere Preisstruktur und eine hohe Sicherheit. Zudem zählt die Slowakei zu einem der begehrtesten Wirtschaftsstandorte in Europa – allein die letzte große Betriebsansiedelung von Jaguar Land Rover in Nitra ist richtungsweisend.  Man kann in Bratislava für rund 4.500 Euro pro Quadratmeter wirklich tolle Penthäuser bekommen – das ist schon sehr attraktiv. Ich glaube auch, dass sich dieser Trend verstärken könnte.

Arnold: Es hat sich überhaupt sehr viel verändert. Die jungen Menschen in Europa sind heute viel internationaler ausgerichtet und die unter 30-Jährigen kennen keine Grenzen zwischen Ost und West. Sie reisen, sie arbeiten in anderen Städten und sind mobil. Das ist ihnen wichtig.

Wie lange hält der Hype an?

Arnold: Wir sind jetzt am Höhepunkt eines hohen Interesses angelangt. Das gilt immer bis zum nächsten Jahr.

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Wie die SIGNA Hotels plant

Ob Einzelprojekte oder Quartierentwicklungen – die Projektentwickler sehen sich mit einer Vielzahl an neuen Herausforderungen konfrontiert.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Hotelmarkts in
Wien?

Ploberger: Wien hatte in gewissen Kategorien von Hotels einen enormen Aufholbedarf. Das gilt für Luxushotels und für die eher Lifestyle-orientierte Hotellerie. Wir haben diese Lücke teilweise gefüllt und bringen weiterhin interessante Produkte auf den Markt.

Wenn ich die steigenden Touristenzahlen in Wien
betrachte, dann sehe ich in absehbarer Zeit keinen Oversupply an Hotelbetten.
Trotz allem zeichnet sich aber ab, dass Produkte, die nicht mehr zeitgemäß
sind, unter Druck kommen werden.

An welchen Produkten sind Investoren interessiert?

Ploberger: Alles wird gesucht. Das ist abhängig vom Investor. Der eine kauft Projekte mit Pachtverträgen, der andere will am wirtschaftlichen Erfolg partizipieren und sucht Hotels mit Managementverträgen.

Wie sehen Sie das Thema Digitalisierung?

Ploberger: Eine sehr spannende Entwicklung. Die Digitalisierung hat sich am stärksten bei der Vermarktung der Hotels niedergeschlagen. Der Gast wird viel früher abgeholt, man tritt früher mit ihm in Kontakt. Die Kategorisierung ist hinfällig, da die Gäste nicht mehr nach Sternen suchen, sondern nach Locations, Preisen, Geschichten und Hotels, die ihnen gefallen. Im Internet ist das problemlos möglich. Wenn ein Produkt gut ist, dann wird es von den Menschen gefunden.

Die Uniformität, dass die Hotels einer Marke in allen
Städten gleich ausgesehen haben, hat sich in Richtung Individualität verschoben,
mit dem lokalen Touch. Der Hotelgast will wissen, wo er ist. Er möchte nicht
mehr wie früher, dass jedes Hotel einer Marke aussieht wie das andere, egal, wo
es steht. Er möchte die Stadt erkennen, wenn er in einem Zimmer ist.

Man darf auch nicht unterschätzen, dass sich die
Reichweite des einzelnen Gastes durch Social Media enorm verändert hat.

Inwiefern?

Ploberger: Wir hatten heuer einen Tag vor der Eröffnung des Andaz ein Bloggerevent. Blogger haben einen enormen Einfluss auf ihre Community – im Positiven wie im Negativen, und daher muss bei der Eröffnung des Hotels schon wirklich alles passen.

Welche Rolle spielen Hotels bei
Quartiersentwicklungen der SIGNA?

Im Interview

Dietmar Ploberger

Dietmar Ploberger ist Senior Projektmanager bei der SIGNA Real Estate Management GmbH. Geboren am 08.09.1969 in Graz hat er dort auch das Studium Wirtschaftsingenieurwesen, Bauwesen 1997 abgeschlossen. Seit 2001 beschäftigt er sich intensiv mit der Entwicklung, dem Betrieb und dem Verkauf von Hotelimmobilien in Zentral- und Osteuropa. Bevor er zur SIGNA REM wechselte, war er […]

Ploberger: In allen unseren Quartiersentwicklungen versuchen wir den idealen Produktmix in das Quartier zubringen, von Büro, Wohnen, Hotel und Retail bis zu anderen Ideen. Für uns zählt in so einem Fall nicht das Einzelprojekt, sondern die Umwegrentabilität. Das macht Konzepte sehr spannend, und wichtig ist, das sie stimmig sind. Das haben wir auch beim Goldenen Quartier gesehen. Wir haben Flagshipstores in unser Quartier bekommen, weil wir dort ein internationales Fünfsternehotel errichtet haben.

Auch bei Einzelprojekten achten wir auf den Mix. So haben wir im „Leiner“ in der Mariahilfer Straße zwar ein Kaufhaus geplant, aber das ergänzen wir mit einem tollen Lifestyle-Brand-Hotel.

Das Interview entstand in Zusammenarbeit mit mrp-hotels

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Der österreichische Immobilieninvestmentmarkt 2019 – Franz Pöltl im Interview

Das Jahr 2019 wird für die Immobilienwirtschaft herausfordernd. Wir blicken mit Franz Pöltl, geschäftsführender Gesellschafter von EHL Investment Consulting, auf die Preisentwicklung, die Investoren, die Assetklassen und die großen Herausforderungen in den nächsten zwölf Monaten.

Inland

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Im Interview

Franz Pöltl

Franz Pöltl, der seit nunmehr fast 30 Jahren in der Immobilienbranche tätig ist, begann seine Karriere bei österreichischen Großbanken (Bank Austria und Raiffeisen) im Immobilienfondsbereich. Vor 14 Jahren wechselte er auf die Beraterseite zur EHL als Geschäftsführer der damals neu gegründeten EHL Investment Consulting GmbH, an der er auch beteiligt ist. In den letzten Jahren […]

Noch ein kurzer Rückblick – wie war 2018?

Pöltl: Ein sehr spannendes und zugleich auch erfolgreiches Jahr. Für EHL und für die heimische Immobilienwirtschaft. In Österreich werden wir uns bei rund vier Milliarden Euro Investitionsvolumen bewegen, und im Grunde genommen geht es der Branche sehr gut. Der einzige Grund, warum wir kein Rekordvolumen erreicht haben, ist, dass es nicht genügend geeignete Immobilien gibt. Kaufwillige Investoren würden Schlange stehen.

Wie sehen Sie die
Preisentwicklung für 2019?

Pöltl: Die Preise sind noch einmal gestiegen, obwohl wir eher eine Seitwärtsbewegung erwartet haben. Aus heutiger Sicht und mit dem Wissen aus dem Verkauf von Objekten, die wir derzeit noch in der Pipeline haben, ist der Preisanstieg noch nicht zu Ende. Ein bisschen Luft ist noch nach oben, aber im heurigen Jahr könnte die Bewegung dann doch seitwärts verlaufen. Es ist schwer, eine Prognose abzugeben, denn die Preise haben ja auch im gesamten Jahr 2018 angezogen.

Andere
Veranlagungsformen, wie zum Beispiel Aktien und Anleihen, sind allerdings keine
Alternativen, und das ist das Hauptmotiv für das ungebrochene Interesse an
Immobilien. Diejenigen, die in Immobilien investieren, wollen keine
Volatilität.

Woher kommen die
Investoren?

Pöltl: Die Herkunft der Investoren hat sich gegenüber 2017 nicht fundamental verändert. Es handelte sich primär um „deutschsprachiges Kapital“, und es waren sehr liquide Investoren. Ich denke, das wird heuer ähnlich sein.

Speziell im
Wohnbereich sind deutsche Investoren aktiv.

Pöltl: Am Wohnimmobilienmarkt haben die deutschen Investoren mittlerweile die Preisführerschaft übernommen und bieten die besten Preise. Die letzten großvolumigen Wohntransaktionen, die wir begleitet haben, gingen überwiegend an deutsche Investoren. Das hängt aber auch damit zusammen, dass sich die heimischen Investoren schon sehr gut mit Produkten eingedeckt haben. Außerdem nutzen die deutschen Investoren mittlerweile ebenso wie die lokalen Käufer Forward-Deals zur Sicherung der wenigen verfügbaren Objekte.

Warum ist gerade
der österreichische Wohnungsmarkt so interessant?

Pöltlt: Die hohe Liquidität sowie der auch in Deutschland vorherrschende Mangel an attraktiven Objekten, kombiniert mit den hierzulande im Vergleich zu den deutschen Großstädten doch noch etwas höheren Renditen, treiben die Investoren nach Österreich. Sie waren schon immer da, aber jetzt haben sie das Produkt „Wohnen“ für sich entdeckt, wenn man so will.

Was hat Sie 2018
überrascht?

Pöltl: Die Geschwindigkeit – dass es so schnell gegangen ist. Es gab zwar deutsche Interessenten, die den Markt bezüglich Produkte und Bestand sondiert haben, aber bis Anfang 2018 gab es im Bereich Wohnimmobilien keine signifikanten Transaktionen von deutschen Investoren in Österreich. Dann ist es richtig losgegangen. Es sind nicht nur ein oder zwei, sondern gleich mehrere Player gleichzeitig neu auf den Markt gekommen und haben quasi simultan gekauft.

Wobei die
Abwicklung von Transaktionen mit deutschen Investoren relativ einfach ist. Sie
haben die gleiche Sprache, den gleichen rechtlichen Background und sind in der
Abwicklung wirklich sehr professionell.

Es hat mich
überrascht, dass sie auch in den Landeshauptstädten suchen, etwa in Graz und
Linz, wo wir heuer sicher noch einige Transaktionen sehen werden. In anderen
Landeshauptstädten, wie zum Beispiel in Innsbruck oder Salzburg, wären sie auch
interessiert, aber dort ist die Produktenge noch stärker.

Wird sich diese
Nachfrage der internationalen Investoren auch auf die Preise von
Eigentumswohnungen für Eigennutzer auswirken?

Pöltl: Nein, in diesem Bereich sind andere Faktoren, wie beispielsweise die Baukosten, die Preistreiber. Es sind außerdem zwei verschiedene Segmente: Das eine ist der Wohnungsmarkt mit Eigentumswohnungen für Eigennutzer, und das andere sind die Wohnungen zur Vermietung.

Das lässt sich
auch dahingehend differenzieren, dass die Eigennutzer-Wohnung in der Regel
größer sowie anders geschnitten ist und oft eine um einen Tick bessere Lage
aufweist.

Welche Projekte
und Assetklassen werden 2019 in Österreich und international nachgefragt werden?

Pöltl: Das werden alle Assetklassen sein, in denen es Produkte gibt. Im Gewerbebereich werden eher Bestandsimmobilien auf den Markt kommen, denn aus den Transaktionen im Jahr 2018 haben wir gelernt: Es kommen immer Immobilien auf den Markt, aus den verschiedensten Gründen. Sei es, dass ein Eigentümer das hohe Preisniveau nützt, um zu verkaufen, seien es geschlossene Fonds, die aufgrund befristeter Fondslaufzeiten verkaufen müssen, oder offene Fonds, die die Werthaltigkeit des Portfolios durch Transaktionen untermauern. Besonders rar sind derzeit vermietete und in Fertigstellung befindliche Objekte, da ein Großteil davon schon in den vergangenen Jahren verkauft wurde.

Was wird eine der
großen Herausforderungen von 2019 sein?

Pöltl: Eine der spannendsten Fragen für mich ist, und das betrifft nicht den Investmentmarkt: Wo wird der Onlinehandel vor allem in Ballungsräumen wie Wien seine letzte Meile finden? In der Stadt fehlen entsprechende Logistikimmobilien. Dabei spreche ich nicht von alten Lagerhallen, sondern von hochmodernen Logistikhubs, die oft von computergesteuerten Staplersystemen bedient werden und wo man nur in Ausnahmefällen Personal in den Gängen sieht. Das heißt, es fehlt an großen modernen Logistikhallen. Es gibt zwar Leute, die meinen, dass Einzelhandelsimmobilien, die nicht mehr so toll performen, die Zwischenlager von morgen sind. Aber wie gesagt, da kommt eine große Herausforderung auf die Immobilienwirtschaft zu. Vor allem ist die Haltung der Gesellschaft dazu ambivalent.

Inwiefern?

Pöltl: Das ist so wie bei den Handymasten. Alle wollen mobil telefonieren, aber die Funkantennen mit ihrem Elektrosmog möchte man nicht in der Nähe haben. Wir wollen die Waren in einer Stunde geliefert haben, aber nicht den Verkehr der Logistikbranche. Der Widerspruch muss sich auflösen. Vielleicht muss auch die öffentliche Hand Grundstücke zur Verfügung stellen. Da denken wir sicher noch mehr als ein Jahr in die Zukunft, aber wenn ich mir das Paketaufkommen ansehe, dann werden die entsprechenden Entwicklungen wohl sehr schnell erfolgen müssen.

ALC (Austria’s
Leading Companies) ist die bedeutendste Auszeichnung für österreichische
Unternehmen und wird jährlich für jedes Bundesland in drei Kategorien vergeben.
In der Kategorie „National tätige Unternehmen – Jahresumsatz mehr als zehn
Millionen Euro“ wurde 2018
EHL Investment Consulting ausgezeichnet. Wie wichtig sind solche – ich sage
einmal – externen Preise für die Immobilienwirtschaft?

Pöltl: Wir sind das erste Immobilienunternehmen, das diese Auszeichnung erhalten hat. Das ist also ein Preis, der nicht nur auf die Immobilienszene abstellt. Er basiert auf objektiven Kriterien wie den Ertragszahlen. Es werden solide und nachhaltig agierende Firmen ausgezeichnet. Dass wir hier gewonnen haben – im Wettstreit mit anderen Unternehmen aus allen Bereichen der heimischen Wirtschaft –, macht mich sehr stolz.

Wir sind ein
Dienstleistungsbetrieb und haben kein großes Finanzkapital. Unser Kapital sind
die Mitarbeiter und in weiterer Folge die Treue der Kunden. Die muss man
langfristig ans Unternehmen binden und darf daher nicht den kurzfristigen
Gewinn im Auge haben. Das Vertrauen der Kunden ist der entscheidende
Erfolgsfaktor, den man sich langfristig über die Jahre erarbeiten muss.

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Mikrolage statt Big Seven – Domicil Real investiert in deutsche Objekte mit Perspektiven

Es geht nicht um den schnellen Euro, wie Andre Schmöller meint, sondern um langfristige Investments. Dabei ist aber die Idee hinter den Immobilien ein wesentlicher Faktor für den Erfolg.

Im Interview

Andre Schmöller

Andre Schmöller ist Geschäftsführer der Domicil Real Estate GmbH und der Domicil Investment Management GmbH. Bei der Domicil Real Estate Group handelt ein mittelständisches Investment- und Dienstleistungshaus mit Sitz in München. Kerngeschäft ist das Investment-Management in den Assetklassen Residential und Commercial, wobei die komplette Leistungskette vom Research über den Ankauf, die Finanzierung, das Portfolio- und […]

Was macht deutsche Wohnimmobilien auch für ausländische Investoren so interessant?

Schmöller: Es ist die furchtbar langweilige deutsche Verlässlichkeit. Man kann nicht viel falsch machen, wenn man in den Big Seven investiert. Da müsste an diesen Standorten schon viel passieren. Deutschland bietet Stabilität, Verlässlichkeit und strukturelle Nachhaltigkeit.

Welche kleineren Städte gehören für Sie zu den großen Wachstumsmärkten?

Schmöller: Es geht gar nicht so sehr um die Märkte, sondern um Objekte mit Perspektiven. Ein Beispiel ist Gelsenkirchen, ein Markt mit negativer Bevölkerungsprognose. Wir hatten die Möglichkeit, ein Objekt zu kaufen, das technisch gut dasteht und eine super Mikrolage hat: nahe dem Villenviertel mit einer gut funktionierenden Hausgemeinschaft und gegenüber von einem Fachmarktzentrum. Bei dieser Immobilie ist es für uns klar, dass die Menschen dort wohnen wollen.
Das ist die eigentliche Antwort: Genau die Immobilien suchen, die im Markt nachgefragt werden.

Das heißt, Sie achten auf die Idee hinter der Immobilie. Auch wenn man sie nicht gleich sieht.

Schmöller: Richtig. Zum Beispiel sind bei einer Wohnanlage in Bielefeld nördlich vom eigentlichen Stadtgebiet die Leute sukzessive ausgezogen. Wir haben uns angeschaut, warum sie ausziehen. Dabei haben wir festgestellt, dass es am Zipfel des Objekts eine Einzelhandelsimmobilie gab, die nicht mehr betrieben wurde. Wir waren uns sicher, wir können den Standort stärken, indem wir die Fläche für die Bewohner wieder attraktiv machen. Wir haben Informationen eingeholt, was den Bewohnern in ihrem direkten Umfeld wichtig ist. Ich möchte hier nicht unbedingt von Quartiersentwicklung sprechen, aber wir haben dort einen Einzelhändler mit Lotto/Toto angesiedelt, eine Bank und einen Bäcker. Manchmal ist es wirklich einfach. Man muss sich um die Objekte kümmern.

Wäre der österreichische Markt für Domicil auch interessant?

Schmöller: Österreich wäre ebenfalls interessant, aber wir kennen den Markt zu wenig. In Deutschland kennen wir auch den Mikromarkt, der ja für uns besonders wichtig ist, wie Sie an den Beispielen sehen – und da finde ich die Gelegenheiten, die ich brauche.

Was ist Ihnen in den vergangenen Jahren am deutschen Markt besonders aufgefallen?

Schmöller: Der deutsche Markt ist besonders begehrt. Ich persönlich glaube aber, dass auf einem Markt, der hochpreisig ist und enger wird, viele kaufen, ohne zu wissen, was sie tun. Viel Geld wird investiert, ohne dass man im Detail weiß, was man macht. Das könnte noch dem einen oder anderen auf die Füße fallen. Man muss mehr denn je darauf achten, welches Produkt an welchem Standort geeignet ist – aber man braucht auch den richtigen Partner vor Ort.

Wie schätzen Sie die weitere Preisentwicklung bei Wohnimmobilien ein?

Schmöller: Prinzipiell bin ich der festen Überzeugung, dass wir keinen Einbruch haben werden. Das Wachstum wird sich zwar abschwächen, aber nicht dramatisch. In einigen Regionen wird man noch ein starkes Wachstum bemerken. Dort kann man sich durchaus etwas trauen.

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Male and Female Architects Work with Holographic Augmented Reality 3D City Model. Technologically Advanced Office Professional People Use Virtual Reality Modeling Software Application.

Der Morgenstadt City Index, Investment Deutschland 2040

Jeder, der investiert, möchte ein sicheres Investment. Und zwar für die kommenden Jahre. Wenngleich sich das nicht so leicht vorhersehen lässt, gibt es Studien, die einem bei der Entscheidung helfen. Der Morgenstadt City Index etwa gibt einen faszinierenden Überblick über die aktuelle Zukunftsfähigkeit der 30 dynamischsten deutschen Städte.

Vergessen Sie die „Big Seven“ in Deutschland, wenn Sie auch noch im Jahr 2040 gut investiert sein wollen. Nun ja, nicht alle, München kann man sich merken. Denn die Stadt hat nach dem Morgenstadt City Index des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart eine rosige Zukunft vor sich. Die bayrische Landeshauptstadt liegt an zweiter Stelle der attraktivsten Standorte der Zukunft im Jahr 2040. Davor und dahinter gibt’s aber Überraschungen, denn dabei handelt es sich um Städte, an die niemand als Erstes denkt, wenn es um Immobilien-Investitionen geht.

An erster Stelle liegt Karlsruhe

Laut Studie des Fraunhofer-Instituts weist Karlsruhe keinen wirklichen Schwachpunkt auf und ist eine lebenswerte Stadt! An zweiter Stelle folgt, wie gesagt München, danach kommen Jena, Dresden, Heidelberg, Freiburg, Leipzig, Bonn, Braunschweig und Darmstadt. Erst an der 13. und 14. Stelle folgen Hamburg und Berlin, Düsseldorf und Köln belegen den 18. bzw. 22. Platz, Frankfurt den 24.

Von Lebensqualität bis Krisenfestigkeit

Bei der Beurteilung wurden insbesondere die Lebensqualität, die Umweltgerechtigkeit und das Innovationspotenzial berücksichtigt, beim Punkt „resiliente Stadt“ ging es darum, wie krisenfest eine Stadt ist und wie flexibel und effizient auf Veränderungen reagiert werden kann. Kriterien wie Wirtschaftskraft oder Produktivitätsindex hätten eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Verfasser der Studie haben sich intensiv mit den Städten auseinandergesetzt und sind auch ins Detail gegangen beziehungsweise haben Aspekte in die Bewertung genommen, an die man so nicht oder nicht sofort denkt.

Das „geistige Klima“

Beispielsweise ist der Studentenanteil in einer Millionenstadt wie Köln oder Hamburg zwangsläufig geringer als in einer Stadt wie Heidelberg, die nur gut 150.000 Einwohner hat, weil die Größe einer Universität nicht proportional ist zur Größe der sie beherbergenden Stadt. Ein höherer Anteil von Studenten beeinflusst aber das „geistige Klima“ einer Stadt und ihren Innovationsgeist. Die These der IAO-Wissenschaftler lautet: Auch wenn niemand etwas dafür kann, wirken sich bestimmte Einflüsse auf die Zukunftsfähigkeit einer Stadt aus – und geben wichtige Hinweise auf die notwendigen Strategien und Maßnahmen bei der Bewältigung der Herausforderungen durch die jeweilige Stadt.

Chancen auf Investitionen

So muss sich Regensburg wegen seiner Lage in einem windschwachen Kessel ungerechterweise mehr anstrengen als andere Städte, um saubere Luft zu erhalten. Dies kann allerdings dann wieder der Ausgangspunkt für Innovationen und Lösungsstrategien sein, die sich nicht nur in Regensburg, sondern auch in vielen anderen Städten durchsetzen.

[divider layout=”1″ color=”black”]Zwei Minuten mehr …[/divider]

[button href=”https://www.morgenstadt.de/content/dam/morgenstadt/de/images/loesungen1/city_index_onlinedokumentation.pdf” target=”0″ bg_color=”#222″ bg_hover=”#555″ text_color=”” text_hover=”#fff”]Downlaod der Studie[/button][button href=”https://www.morgenstadt.de” target=”0″ bg_color=”#222″ bg_hover=”#555″ text_color=”” text_hover=”#fff”]Webseite Morgenstadt[/button]

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Marina Tower: Der nächste Akt

Unsere Story über den 10-jährigen Baubeginn des Marina Towers vom Juni hat es mittlerweile bis ins Magazin „Profil“ geschafft (nachzulesen in der aktuellen Ausgabe von Montag). Das ganze Spektakel scheint nach zehnjährigem Baustart jetzt richtig Fahrt aufzunehmen – wohin, wird man sehen. „Dass sich der nicht mehr rechnen kann“, wie Kenner des Objektes laut „Profil“ glauben, dürfte so nicht […]

Inland

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Unsere Story über den 10-jährigen Baubeginn des Marina Towers vom Juni hat es mittlerweile bis ins Magazin „Profil“ geschafft (nachzulesen in der aktuellen Ausgabe von Montag).

Das ganze Spektakel scheint nach zehnjährigem Baustart jetzt richtig Fahrt aufzunehmen – wohin, wird man sehen. „Dass sich der nicht mehr rechnen kann“, wie Kenner des Objektes laut „Profil“ glauben, dürfte so nicht ganz stimmen, denn sonst würde ja nicht so viel Aufhebens um das gesamte Projekt gemacht. Sonst würden sich die Investoren auch nicht mehr mit diesem Projekt beschäftigen, besser gesagt, mit dieser Projektentwicklung. Aber rechnet sich das Projekt vielleicht, wenn die Stadt Wien als rettender Ritter einen § 69 Bauordnung mitbringt? Oder den Projektteil Marina City mit einer Aufzonung behübscht? Was wohl notwendig sein wird, wenn Bank Austria und WIK Immobilien ihre Preisvorstellungen verwirklichen wollen.

Apropos Preis: Insidern zufolge hat die Umplanung, die aufgrund des Einspruchs der SIGNA im Bauverfahren erforderlich wurde, viele weitere Quadratmeter Nutzfläche gekostet.

Tatsächlich dürfte sich hinter den Kulissen viel mehr bewegen als die von Markus Teufel, Geschäftsführer der 75 %-Gesellschafterin WIK Immobilien und Co-Geschäftsführer der Marina Tower Holding GmbH, laut „Profil“ angekündigte „Baugenehmigung in den nächsten Wochen“.

Da wäre einmal die Finanzierung. Die Bank Austria soll diese einstellen wollen, und auf Anfrage der Immobilien-Redaktion hieß es aus der Bank, dass „Gerüchte nicht kommentiert werden“.

Ebenso wenig wollte man kommentieren, dass Reinhard Madlencnik, jahrelanger Leiter des Bereichs Real Estate der Bank Austria – gerüchteweise – zur SIGNA wechselt. Ob im Zusammenhang mit diesem Projekt oder nicht, sei dahingestellt, aber auf jeden Fall wäre das eine logische Entscheidung: Hol dir das Projekt und nimm am besten die Verantwortlichen gleich mit. Diese haben nämlich nicht nur Erfahrung und Wissen in einem speziellen Projekt, sondern bringen das Wissen aus jahrzehntelanger Arbeit auch in das Unternehmen ein und verschaffen der SIGNA damit einen riesigen Vorteil.

Das ist auch durchaus verständlich. Jeder Investor, der diese Möglichkeit hätte, würde sie nutzen und keine Chancen am Wegesrand liegenlassen, die sich faktisch in das System integrieren lassen und auch noch ideale Synergien bringen.

Und der russische Financier der WIK Immobilien, dem ein Baubeginn für das Frühjahr 2017 und eine Rückzahlung seines Darlehens zum 30. Juni 2017 versprochen wurde? Den kann das, was hier geboten wird, auf Dauer auch nicht amüsieren.

Dieses Spektakel kann niemanden amüsieren, und für den Standort Wien ist es auch abträglich, denn ausländische Investoren, die Interesse hätten, sich in Wien an einer Projektentwicklung zu beteiligen, wollen ihr Geld sicher anlegen. Sie werden von so einem Schauspiel definitiv nicht angelockt, in dem auch persönliche Animositäten und „ausländische Baustellen“ zum Handlungsverlauf gehören.

Dass jeder seinen Vorteil nutzen will, ist klar. Welche Wirkung das aber nach außen hat, darüber sollte man auch einmal nachdenken.

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