Schlagwort: Hochhaus

Werbung

Wohnhochhäuser, es gibt sie wieder

Kleinsteinheiten stehen im neuen Wohnhochhaus auf dem Programm, aber dafür mit Galerie und zahlreichen Gemeinschaftseinrichtungen.

Kleine Wohneinheiten und viel Community-Angebot mit Outdoorpools, Lounges oder Gemeinschaftsküchen befinden sich in den neuen Wohnhochhäusern. Für WKO-Branchenobmann Michael Pisecky macht das nachfrageseitig Sinn: „Wir haben in Wien 43 Prozent Singlehaushalte, aber nur 17 Prozent des Bestands sind kleine Wohnungen.“ Das zusätzliche Angebot kommt also gerade recht, und auch gemeinnützige Bauträger haben das erkannt. „Zielgruppe sind junge Singles und ältere Paare, wo die Kinder schon weg sind, oder auch Altensingles“, sagt Michael Pech, Vorstand des ÖSW, das mit dem Leopoldtower und Hoch 33 in Wien zwei Referenzprojekte hat. In den 160 Meter hohen Danube Flats, einem Gemeinschaftsprojekt von Soravia und S+B, soll es künftig sogar zu zwei Dritteln Klein- und Kleinstwohnungen geben. Eine Option ist das Wohnhochhaus vor allem für Single-Männer, die bei einer Umfrage der Plattform Findmyhome.at zu rund 60 Prozent Interesse daran bekundeten. Neben dem tatsächlich überragenden Argument der Aussicht, das für 80 Prozent zählt, sind insbesondere auch die Annehmlichkeiten im Haus und das moderne Wohngefühl entscheidend.

Kosten im Griff

In Wien ist ein Gebäude ab 35 Metern Traufhöhe laut Bauordnung ein Hochhaus, wobei für den Brandschutz das Fluchtniveau ab 22 Metern ausschlaggebend ist. Sicherheitsauflagen inklusive Feuerwehraufzug führen zu einer Art finanziellem Kostensprung. „Derartige Maßnahmen bedeuten auch höhere Betriebskosten“, sagt Pech. Eine typische Kostenkurve hat die Bank Credit Suisse errechnet. Bis zum 20. Stockwerk gehen demnach die Entstehungskosten wegen der sinkenden Kosten beim Grundstück radikal zurück. Die Kostenkurve flacht sich also ab, um sich spätestens bei 60 Stockwerken wieder radikal nach oben zu bewegen. Je nach Grundstückspreis, Material oder Baukosten seien demnach 50 bis 80 Stockwerke optimal. Die Nettonutzfläche würde auf rund 70 Prozent schrumpfen und bliebe damit um rund 20 Prozent hinter der niedrigeren Bauweise zurück. Das Mehr an Haustechnik und baulichen Sondermaßnahmen ist ebenfalls teuer. Die zu erfüllenden Anforderungen bezüglich Statik und Windlasten steigen selbstverständlich mit der Höhe mit. Wer mit all dem umzugehen gelernt hat und zudem Erfahrungen mit den Behörden, Planungsverfahren und in der Vermarktung gesammelt hat, der scheint bei neuen Projekten im Vorteil zu sein. In Wien ist es die S+B-Gruppe, in Linz die City Wohnbau Letzbor GmbH und in Innsbruck die Pema-Gruppe. Soravia und ARE bauen gemeinsam am Donaukanal das TrIIIple. Die BUWOG hat beim Marina Tower zuletzt als Projektpartner den Wohnschwerpunkt geschaffen.

Mehr davon in Planung

Sonderplanungen bringen langwierige Verfahren mit gesteigertem Kostenrisiko mit sich. „Die Bauphase wird nur ein Drittel der Genehmigungsphase betragen“, sagt Erwin Soravia zu dem Paradeprojekt Danube Flats, bei dem das Projektvolumen zuletzt auf 250 Millionen Euro gestiegen ist. Im Wiener Hochhauskonzept sieht man das Wohnhochhaus als „Vertikale Stadt“ und steht dem grundsätzlich nicht negativ gegenüber. Verlangt wird allerdings im Sockel eine Art verbindende Nutzung für die umgebende Stadt. Auffällig ist auch, dass die aktuell zahlreich entstehenden Wiener Projekte nur in unmittelbarer U-Bahn-Nähe entwickelt werden. Direkt beim Donauzentrum baut die ARE mit dem „Vienna Twentytwo“ bis 2023 einen gemischt genutzten Hochhauskomplex mit 600 Wohnungen. Das Viertel Zwei beim Prater wird mit zwei Hochhäusern den Abschluss finden, darunter ein Wohnhochhaus mit verglasten Terrassenwohnungen. Das Projekt „The Marks“ in Erdberg vereint drei Hochhäuser und drei gemeinnützige Bauträger auf einem Standort. Vier 75 bis 90 Meter hohe Wohngebäude werden auch am Nordbahnhofgelände entstehen. Architekturwettbewerbe haben dazu stattgefunden, und die Entwürfe stehen fest.

Lesezeichen und später Lesen

Mit unseren neuen Funktionen können Sie Lesezeichen anlegen, um Ihre Inhalte schneller wiederzufinden, oder einen Artikel zum später Lesen vormerken – Sie erhalten dann ein Erinnerungsmail nach einigen Tagen.

verstanden

Lesezeichen gesetzt!

Ihre Lesezeichen finden Sie in Ihrem Userprofil.

Erinnerung gesetzt!

Wir senden Ihnen in 3 Tagen ein Erinnerungsmail. Sie können den Zeitpunkt dieses Mails in Ihrem Userprofil ändern..

Login erforderlich!

Um Lesezeichen und Erinnerungen zu setzen müssen Sie eingeloggt sein.

Werbung

Wer will hoch hinaus?

Was in internationalen Metropolen längst gang und gäbe ist, beginnt nun auch in Wien: In den kommenden Jahren werden einige Wohntürme errichtet. Wer aber will darin wohnen? Mit diesem Thema beschäftigt sich eine Umfrage von BAR und FindMyHome.at.

Inland

powered by

Prinzipiell kann man einmal sagen, dass der Österreicher und die Österreicherin an sich nichts gegen hohe Häuser haben dürften, und das ist gut so, denn einige neue Wohntürme sind allein in Wien in Aussicht. Rund 79% der 400 Befragten stehen Wohntürmen positiv gegenüber. Dabei kann sich konkret sogar mehr als die Hälfte (52%) vorstellen, in einem solchen Hochhaus zu wohnen. Allerdings ist die Einstellung dazu bei Mann und Frau ziemlich unterschiedlich: Während 57% der Männer gerne in einem Wohnturm leben würden, sind es bei den Frauen mit 41% doch deutlich weniger. Entscheidend ist auch Lebenssituation: 58% der Singles, aber nur 43% der Personen in Partnerschaft wollen in einem Wohnhochhaus leben. Die höchste Bereitschaft liegt bei Personen ohne (58%) oder mit einem Kind (54%).

Ergo: Der Wohnturm-Suchende ist vorwiegend männlich, Single, ohne Kinder.

Warum die nächste Wohnung in einem Wohnturm?

Bei der Frage nach dem „Warum“ liegen die Gründe bei vielen der Befragten klar auf der Hand: Es geht um die Wohnqualität. Fast 80% der Interessenten sprachen sich für den atemberaubenden Ausblick aus, 54% für die zusätzlichen Facilities wie Swimmingpool, Sauna oder Fitness Center und 40% für die moderne Wohnungsausstattung– wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Allerdings: wenn hier wohnen, dann bitte oben. So verwundert es nicht, dass 76% das oberste Drittel des Hochhauses bevorzugen.

Die Kehrseite der Medaille

In luftiger Höhe ist jedoch nicht alles Sonnenschein, und so gibt es auch Bedenken, was das Leben in einem Turm betrifft. Diesen Problemen ist man ebenfalls in der Studie von BAR und FindMyHome.at nachgegangen. Als mögliche Nachteile wurden vor allem die unpersönliche Wohnsituation (52%) sowie kaum nutzbare Freiflächen wegen des Windes (52%) genannt. Auch meinten einige der Untersuchungs-Teilnehmer, aufgrund von Höhenangst (37%) nicht zu hoch oben wohnen zu wollen. Außerdem wurde immer wieder in Frage gestellt, was wäre, wenn der Aufzug nicht funktioniert, und ob Wohntürme genauso sicher wie herkömmliche Bauten seien.

Eine Frage des Preises

Wohnen im Wohnturm bedeutet nicht nur den Blick in die Ferne und modernen Wohnkomfort, sondern auch zusätzliche Baukosten für das Prestige-Objekt. Diese wären die Interessenten aber auch bereit zu bezahlen– sogar mehr als zwei Drittel. Konkret würden mehr als ein Drittel der Befragten (37%) 20% sowie 29% um 10% mehr für die neue Wohnform ausgeben. Diese Tendenz bestätigen auch die Suchanfragen von FindMyHome.at: „Als Immobilienportal sehen wir immer wieder, dass Menschen bereit sind, für mehr Qualität mehr zu bezahlen. Die Steigerung des Wohnkomforts beispielsweise zählt zu den Top-Umzugsmotiven“, erklärt Bernd Gabel-Hlawa, Geschäftsführer und Gründer von FindMyHome.at.

Mann vs. Frau

Neben der höheren Bereitschaft der Männer, in einen Wohnturm zu ziehen, wie eingangs erwähnt, lassen sich aber noch andere unterschiedliche Vorstellungen von Mann und Frau feststellen: Männer wünschen sie sich mehr Räume. 80% suchen mehr als drei Zimmer, während es bei Frauen lediglich 69% sind– und der Österreicher ist eher bereit, für Wohnflächen im Turm mehr zu bezahlen, als seine Lebenspartnerin (67% zu 54%). Einig sind sich die Geschlechter in der Motivation: Hier rangiert der Ausblick bei beiden mit rund 90% an erster Stelle.

Lesezeichen und später Lesen

Mit unseren neuen Funktionen können Sie Lesezeichen anlegen, um Ihre Inhalte schneller wiederzufinden, oder einen Artikel zum später Lesen vormerken – Sie erhalten dann ein Erinnerungsmail nach einigen Tagen.

verstanden

Lesezeichen gesetzt!

Ihre Lesezeichen finden Sie in Ihrem Userprofil.

Erinnerung gesetzt!

Wir senden Ihnen in 3 Tagen ein Erinnerungsmail. Sie können den Zeitpunkt dieses Mails in Ihrem Userprofil ändern..

Login erforderlich!

Um Lesezeichen und Erinnerungen zu setzen müssen Sie eingeloggt sein.

Kein IMMOLIVE verpassen!

Registrierte Nutzer der unabhängigen Immobilien Redaktion haben uneingeschränkten Zugriff auf unsere Livesendungen und Diskussionen und können Fragen an unsere Expert*innen stellen.

Jetzt registrieren