Schlagwort: Crowdfunding

Werbung

Crowdfunding – heute und morgen

BrickVest zählt zu den Plattformen der ersten Stunde für Immobilien-Crowdinvestments. Mit dem Mitbegründer Thomas Schneider sprach die Immobilien-Redaktion über Heute, vor allem aber Morgen, und wie schnell und in welcher Form neue Technologien die Märkte verändern.

Crowdinvesting für Immobilien war vor fünf Jahren noch ein Phänomen. Jetzt hat es sich etabliert. Haben Sie allgemeine aktuelle Zahlen, und auch von Ihrem Unternehmen?

Im Interview

Thomas Schneider

Thomas Schneider ist Mitgründer und Chief Investment Officer von BrickVest, der Online-Plattform für Immobilien-Crowdinvestments. Gemeinsam mit Emmanuel Lumineau und Adalbert Wysocki gründete er BrickVest 2014.

Schneider: Immobilien-Crowdinvesting hat sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland etabliert. Was unsere Plattform BrickVest angeht, können wir uns ebenfalls nicht über mangelndes Interesse beschweren. Wir haben aktuell acht Deals auf unserer Plattform, von denen bereits sechs geschlossen sind.

Unsere ersten drei Deals waren damals aufgrund des großen Interesses bereits in kürzester Zeit geschlossen. Insgesamt wurden so über BrickVest bereits sechs Millionen Euro investiert. Aktuell stehen Anlegern noch zwei Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung. Wir arbeiten aber bereits mit Hochdruck an neuen Deals, die wir in Kürze auch bekannt geben werden.

Was macht Immobilien-Crowdfunding so populär?

Schneider: Die Popularität bei den Anlegern basiert sicher auf der Attraktivität, in Immobilien investieren zu können, ohne eine Direktinvestition in Form eines Kaufes zu tätigen. Zudem ist die Assetklasse „Immobilien“ in Zeiten des Niedrigzinses im Allgemeinen sehr attraktiv und verspricht in der Regel bessere Renditen als alternative Investmentprodukte wie z.B. festverzinsliche Wertpapiere.

Das Immobilien-Crowdinvesting ist in diesem Kontext unter anderem auch deshalb so populär, weil man bereits mit geringen Mindestanlagesummen einsteigen kann. Bei BrickVest sind es gerade mal 1.000 Euro. Diese niedrigen Beträge ermöglichen den Anlegern eine gute Diversifikation des Investitionsportfolios und damit eine entsprechende Risikostreuung.

Gibt es verschiedene Formen von Crowdinvesting?

Schneider: Crowdinvesting ist ganz klar diversifiziert. Grundlegend besteht der Unterschied insbesondere in der Qualität der angebotenen Investitionsmöglichkeiten und der Anlageform. Wir setzen bei BrickVest im Vergleich zu anderen Plattformen vorwiegend auf Eigenkapital anstatt auf Nachrangdarlehen. Somit sind die Anleger zum ersten Mal tatsächlich in Immobilien investiert.

Angebote mit Nachrangdarlehen sind dagegen keine echten Immobilien-Investments, da Anleger kein Eigentum an einer Immobilie erwerben und diese lediglich als Sicherheit des Darlehens zur Verfügung steht. An einer potentiellen Wertsteigerung der Immobilie ist der Anleger mit solchen Produkten nicht beteiligt. Ein weiterer Unterschied ist, dass alle BrickVest-Deals von institutioneller Qualität sind. Immobilien-Crowdinvesting ist so, in dieser Form, bisher einzigartig.

Wie werden die Projekte ausgewählt?

Schneider: Wir arbeiten nur mit Deal-Sponsoren von institutioneller Qualität zusammen. Diese stellen uns ihre Club-Deals vor, und wir suchen uns dann die Deals aus, die unserer Meinung nach ein faires und attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis aufweisen. Zudem überlegen wir uns genau, in welchen Märkten und Sektoren unsere Kunden investieren sollten. In Zeiten des Brexit wäre mir z.B. ein Büroinvestment in London zu riskant.

Auch schenken wir der Objektfinanzierung viel Beachtung, indem wir sicherstellen, dass diese nicht zu aggressiv finanziert sind. So stellen wir sicher, dass unsere Immobilien-Investments auch für eine Abkühlung des momentan sehr heißen Immobilienmarktes gewappnet sind.

Bis zu welcher Größenordnung könnte man sich Immobilien-Projekte in Zukunft vorstellen?

Schneider:Fakt ist, dass die Immobilien-Deals in jedem Fall an Volumen gewinnen werden. Idealerweise liegt die Größenordnung zwischen 2 und 15 Millionen Euro pro Deal. Vereinzelt kann es sogar noch weitaus größere Deal-Summen geben.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung von Immobilien-Crowdinvesting?

Schneider: Die Zukunft des Immobilien-Crowdinvestings liegt ganz klar in der Professionalisierung, Institutionalisierung und weiteren Digitalisierung. Zudem bin ich davon überzeugt, dass auch auf Seiten der großen Deal-Sponsoren und der gesamten Immobilienwirtschaft, die teilweise noch zurückhaltend und skeptisch ist, ein Umdenken stattfinden wird. Wir haben bereits einige etablierte, renommierte Projektentwickler und Deal-Sponsoren für BrickVest gewinnen können. Immobilien-Crowdinvesting kann in den nächsten Jahren zu einer eigenen Assetklasse aufsteigen und zu einer festen Größe unter den Investitionsformen werden.

BrickVest investiert aktuell vermehrt in Forschung sowie Weiterentwicklung seiner Plattform. Welche technischen Neuerungen werden kommen, und wie wird die technische Entwicklung Crowdinvesting verändern?

Schneider: Zurzeit arbeiten wir an einem eigenen Ratingsystem, welches auf Algorithmen basieren wird. Es soll Anfang 2017 für Nutzer unserer Plattform verfügbar sein. Wir wollen nicht nur den Zugang zum institutionellen Immobilieninvestment mit BrickVest demokratisieren, sondern auch Immobilien-Investitionen transparenter machen.

Ziel ist es, dass Anleger mit einem Algorithmen-basierten Risikobewertungsmodell Immobilien-Investitionen nach Risiko klassifizieren können– wie es sonst auch klassische Ratingagenturen tun. Die technologische Entwicklung macht das Immobilien-Crowdinvesting damit Anleger-freundlicher und die Investitionsmöglichkeiten vergleichbarer.

Mit welchen Veränderungen ist in naher Zukunft zu rechnen?

Schneider: Algorithmen, künstliche Intelligenz, Chatbots– alles hochaktuelle und viel diskutierte Technologiethemen. Diese werden zunehmend auch Einzug in die bisher noch recht altbackene Immobilienwirtschaft halten. Denn neben dem neuen Ratingsystem arbeiten wir an einem computergestützten Beraterprogramm für Anleger. Ab Frühjahr 2017 wird es daher auf der BrickVest-Plattform eine automatisierte, Algorithmen-basierte Portfolio-Management-Beratung geben.

Ein Blick in die weitere Zukunft …

Schneider: In fernerer Zukunft sehe ich insbesondere kryptische Währungen auf dem Vormarsch. Die Blockchain-Technologie kann zum absoluten Game Changer für Investments werden. Sie ist bereits dabei, an den Stellschrauben der bisherigen Spielregeln des traditionellen Investmentmarktes zu drehen. Als dezentrale Datenbank macht die Blockchain zumindest schon jetzt den Online-Investmentmarkt wesentlich liquider.

Wir haben unser erstes Blockchain-Patent bereits vor zwei Monaten eingereicht und arbeiten bereits mit einer Beta-Version. Neben dem ökonomischen Aspekt macht die Blockchain-Technologie den gesamten Transaktionsprozess zudem viel Investorenfreundlicher, da alle Prozesse vollautomatisch ablaufen.

Lesezeichen und später Lesen

Mit unseren neuen Funktionen können Sie Lesezeichen anlegen, um Ihre Inhalte schneller wiederzufinden, oder einen Artikel zum später Lesen vormerken – Sie erhalten dann ein Erinnerungsmail nach einigen Tagen.

verstanden

Lesezeichen gesetzt!

Ihre Lesezeichen finden Sie in Ihrem Userprofil.

Erinnerung gesetzt!

Wir senden Ihnen in 3 Tagen ein Erinnerungsmail. Sie können den Zeitpunkt dieses Mails in Ihrem Userprofil ändern..

Login erforderlich!

Um Lesezeichen und Erinnerungen zu setzen müssen Sie eingeloggt sein.

Werbung

Ab 250 Euro mittendrin statt nur dabei

Sind prall gefüllte Portemonnaies eine Grundbedingung für Immobilieninvestments? Nicht unbedingt. Plattformen für Crowdfinanzierung und -investment bieten eine Alternative für die kleine Brieftasche. Dass sie zu boomen beginnen, ruft manche Expertenkritiker auf den Plan.

Lesen sie hier über die neuesten Entwicklungen in Österreich uns sehen sie auf YouTube den internationalen Kontext und werfen Sie einen Blick in die Zukunft.

Chancen für Kleinanleger, an großen Immobiliendeals teilzuhaben, bestehen kaum. „Und genau mit diesen Strukturen wollen wir brechen“, sagt Thomas Schneider, Mitgründer und Chief Investment Officer von BrickVest. „Wir sind eine Plattform, die Top-Deals für die Crowdfinanzierung anbietet. Damit machen wir das Crowdinvesting im Immobiliensektor salonfähig und professionalisieren die vielfach kritisierte Schwarmfinanzierung von Immobilien.”

Von Berlin bis Oxford

Drei Immobilienprojekte hat die Online-Plattform zurzeit im Angebot: einen Bürokomplex in Berlin, ein 20 Einzelhandelsobjekte umfassendes Portfolio in deutschen Mittelstädten und ein Geschäftshaus in der Londoner Oxford Street. Gesamtvolumen der Deals: Rund 220 Millionen Euro. Wer investieren will, kann bereits mit 1.000 Euro an den Start gehen. „Wir stellen sicher, dass unsere Anleger die gleichen Konditionen wie die professionellen Anleger und Großinvestoren bekommen“, so Schneider. Zehn bis 15 weitere Investitionsmöglichkeiten seien für 2016 geplant, vornehmlich in Deutschland und den USA. Im Moment stehe man zum Beispiel in Verhandlungen für ein Hotel am New Yorker Times Square.

Raus aus der Nische

Galt Crowdfunding und -investing bislang eher als Variante für die Finanzierung von Nischen-Projekten, so scheint die Aufteilung auf zahlreiche Investoren mit kleinen Beträgen– im Unterschied zur Finanzierung durch wenige Business Angels oder Venture Capital– nun auch in der Immobilienbranche angekommen zu sein. Dass BrickVest kein Alleinstellungsmerkmal hält, zeigt eine Reihe ähnlich gearteter Unternehmungen. Am deutschen und österreichischen Markt startet etwa die Plattform Home Rocket durch. „Bei uns kann sich jeder sein Portfolio an verschiedenen Immobilieninvestments zusammenstellen. Auf diese Weise wird dieser profitable Markt auch für Kleinanleger zugänglich“, sagt Gründer und Geschäftsführer Wolfgang Deutschmann. Der Weg zum Anleger soll Interessenten mit einem möglichst unkomplizierten Einstieg schmackhaft gemacht werden. Gratisregistrierung auf der Plattform, Auswahl des Wunschprojekts, Entscheidung für einen Investitionsbetrag zwischen 250 und 50.000 Euro, Einzahlung online, fertig. Die Plattform bietet dabei die Möglichkeit, direkt mit den Projektentwicklern in Kontakt zu treten und ihnen Fragen zu den einzelnen Vorhaben zu stellen. Die Fortschritte der Projekte lassen sich online mitverfolgen. Der aktuelle Zwischenstatus kann zudem beim Projektentwickler angefragt werden.

Unerwünschte „Nebenwirkungen“

Stehen die Türen der Immobilienbranche also künftig auch Kleinstanlegern offen, die sich für wenig Geld einkaufen können, und denen attraktive Zinsen für ihr eingesetztes Kapital versprochen werden? Grundsätzlich ja, auch wenn nicht darauf vergessen werden sollte, die Warnungen auf dem „Beipackzettel“ zu lesen. „Immobilienprojekte können scheitern, wodurch es im schlimmsten Fall zum Verlust des gesamten Investitionsbetrages kommen kann“, heißt es etwa auf der Home Rocket-Seite im Kapitel „Risikohinweis“. „Das Risiko, sein ganzes Geld zu verlieren, gibt es natürlich“, bestätigt der heimische Anlegerschützer Wilhelm Rasinger und mahnt zur Vorsicht. Wenn der Zeitgeist ruft, könnten viele Unternehmen auf den Trend aufspringen, die de facto nicht genug Eigenkapital für die Finanzierung durch eine Bank aufbringen und in Summe mehr Aufmerksamkeit als Geld bekommen.

Champions League-Ambitionen

„Nicht alle Immobilien eignen sich gleichermaßen für Crowdfunding“, so Rasinger. Günstig sei es, wenn mit der Immobilie ein spezielles Businessmodell verbunden ist, etwa gastronomische oder touristische Aktivitäten. Dass es ebenso immobiliäre Vorhaben mit sportlichem Background sein können, zeigt aktuell das Projekt „alte Heimat– neues Zuhause“ in Wien Hütteldorf. Die Rede ist von einer Beteiligung an der Finanzierung des neuen Allianz Stadions des Fußballvereins SK Rapid. „Auf conda.at erfolgt die Investition mit dem Rapid InvesTOR in Form eines qualifizierten Nachrangdarlehens. Crowdinvestoren, die ihr Vermögen mittel- bis langfristig veranlagen wollen, werden je nach Laufzeit jährlich zwischen zwei und drei Prozent Basiszinsen gutgeschrieben“, erklärt dazu Daniel Horak, Co-Gründer der im deutschen Sprachraum tätigen Crowdinvesting-Plattform Conda. Sportlich ist übrigens die Idee hinter der Option auf Bonuszinsen. Versprochen werden ein respektive vier Prozent Zusatzzinsen, falls Rapid die UEFA Europa League- bzw. Champions League-Gruppenphase erreicht. Eine Aussicht, die manchem Rapidfan spanisch vorkommen mag.

Lesezeichen und später Lesen

Mit unseren neuen Funktionen können Sie Lesezeichen anlegen, um Ihre Inhalte schneller wiederzufinden, oder einen Artikel zum später Lesen vormerken – Sie erhalten dann ein Erinnerungsmail nach einigen Tagen.

verstanden

Lesezeichen gesetzt!

Ihre Lesezeichen finden Sie in Ihrem Userprofil.

Erinnerung gesetzt!

Wir senden Ihnen in 3 Tagen ein Erinnerungsmail. Sie können den Zeitpunkt dieses Mails in Ihrem Userprofil ändern..

Login erforderlich!

Um Lesezeichen und Erinnerungen zu setzen müssen Sie eingeloggt sein.

Werbung

Der nächste Paradigmenwechsel

Als ich mich mit Crowdfunding befasst habe, wirkte es am Anfang eher wie ein neuer Trend auf mich. Je tiefer ich aber in die Thematik eingetaucht bin, desto mehr verfestigte sich bei mir eine ganz andere Meinung: Wir haben es hier– nach der Orientierung an Nachhaltigkeit– mit einem weiteren Paradigmenwechsel zu tun.

Transparenz, Eigenverantwortung, Demokratisierung, Unabhängigkeit oder Kommunikation sind Begriffe, die sehr positiv besetzt sind und auch unmittelbar mit Crowdfunding in Zusammenhang stehen.

Es ist ein enormer Markt, der sich auftut, und die technische Entwicklung macht diese Form von Beteiligungen – egal, ob an Unternehmungen oder Immobilien – erst möglich. Die rasanten Wachstumsraten zeigen, wohin der Weg führt, und ich bin überzeugt: Je leichter den Menschen das Investieren – mit vergleichsweise geringen Summen gemacht wird -, desto eher werden sie es tun.

Die Zukunft des Crowdfundings liegt auch darin, dass es eine jüngere und „internetaffine“ Gesellschaft betrifft – die Kundenschicht reift sozusagen gerade heran. Die Wachstumsraten machen bereits klar, wohin der Weg geht, und wenn man in die USA blickt – die uns bei solchen Businessmodellen einige Jahre voraus sind –, dann bekommt man bereits eine Ahnung, welches Potenzial die Finanzierung über die Massen hat. Den Protagonisten der heimischen Immobilienwirtschaft werden sich ebenfalls neue Möglichkeiten bieten.

Dass es für das Geld auf dem Konto ohnehin keine Zinsen mehr gibt, ist ein aktuelles Argument, viel weitreichender ist aber, dass die Menschen den Banken immer kritischer gegenüberstehen. Angesichts der derzeitigen Entwicklung wird es da auch keine Gegenbewegung geben, eher wird sich diese Haltung verstärken. Und wie die Immobilienbranche schon seit Jahren argumentiert: Grundbuch statt Sparbuch.

Ähnlich wie bei anderen Entwicklungen, die in rasanter Geschwindigkeit aufpoppen, werden wir beim Crowdfunding sicherlich auch einige „Kinderkrankheiten“ erleben. Es mag schon sein, dass die eine oder andere unzulängliche Plattform auf den Markt kommen wird. Damit sollen aber keine Ängste geschürt werden, denn ich bin davon überzeugt, dass sich der Schaden, der dadurch entstehen könnte, in Grenzen halten wird. Ich bin lange genug als Journalist in der Immobilienwirtschaft tätig und habe diesbezüglich schon sehr viel erlebt, und ob man bei einem sicheren Investment 50.000 Euro oder 500 verliert, ist zweifellos ein Unterschied.

Insofern ist es auch äußerst erfreulich, dass mit dem geplanten Gesetz relativ schnell eine rechtliche Grundlage für die Massenfinanzierung geschaffen wird. Aber so ist es im Netz nun einmal: Ein „Shitstorm“ der Crowd fegt ein unzulängliches Projekt schneller weg als jeder Paragraf.

Der wirkliche Erfolg des Crowdfundings beruht auf einer sich verändernden Gesellschaft. Daher ist es ein Paradigmenwechsel, und der lässt sich langfristig nicht aufhalten.

Lesezeichen und später Lesen

Mit unseren neuen Funktionen können Sie Lesezeichen anlegen, um Ihre Inhalte schneller wiederzufinden, oder einen Artikel zum später Lesen vormerken – Sie erhalten dann ein Erinnerungsmail nach einigen Tagen.

verstanden

Lesezeichen gesetzt!

Ihre Lesezeichen finden Sie in Ihrem Userprofil.

Erinnerung gesetzt!

Wir senden Ihnen in 3 Tagen ein Erinnerungsmail. Sie können den Zeitpunkt dieses Mails in Ihrem Userprofil ändern..

Login erforderlich!

Um Lesezeichen und Erinnerungen zu setzen müssen Sie eingeloggt sein.

Werbung

Wenn die Gesellschaft die Normen überholt

Regulierungen, Mietpreisdeckelungen, Normen etc. Es ist zwar recht nett, was sich da findige Köpfe ausdenken, um den Markt „in den Griff“ zu bekommen, aber es hat immer stärker den Anschein, als würde dies in Zukunft nicht mehr funktionieren. Es dauert zu lange, bis sinnvolle Lösungen gefunden werden, und neue Ideen breiten sich so schnell aus, dass sie letztendlich die dann erlassenen „Regulierungen“ bereits wieder überholt haben.

Es ist gut und richtig, dass man sich damit auseinandersetzt, wie leistbares Wohnen möglich ist. Leider scheitern aber die guten Ideen entweder an den Scheuklappen der Politiker oder am politischen Unwillen. Sprich: Sie können es nicht sehen, oder sie dürfen es nicht sehen. Kurz und gut: Wirklich leistbar wird Wohnen nur dann, wenn mehr Wohnraum geschaffen wird.

Da wird halt noch diskutiert, aber in der Realität ist die Gesellschaft schon längst drauf und dran, den Markt wieder selbst zu regulieren. Ein wirklich gutes Beispiel ist die „Parkplatzverordnung“, die nach langen Diskussionen geändert wurde. Wir erinnern uns: Bis zum Sommer letzten Jahres musste– von besonderen Ausnahmen abgesehen– für jede neue Wohnung ein Kfz-Stellplatz errichtet werden. Mit der neuen Wiener Bauordnung ist im Regelfall pro 100 Quadratmeter Nutzfläche ein Stellplatz zu errichten, aber auch das könnte zu viel sein. Der Einstellungswandel der Jugend im Bezug auf das Auto hat die aktuelle Stellplatzverordnung schon längst überholt.

„Leistbares Wohnen“ hin oder her, es werden derzeit eher kleine Wohnungen mit einer idealen Aufteilung gesucht. Die Gesellschaft hat schon längst ihre Konsequenzen aus der aktuellen Situation gezogen, und junge Menschen haben überhaupt andere Wertvorstellungen. Eine Wohnung besitzt mittlerweile einen anderen Stellenwert als früher. Auch andere Formen des Zusammenlebens werden wieder aktuell. Die klassische WG, wie sie früher hauptsächlich bei Studenten beliebt war, kommt jetzt auch bei der älteren Generation (wieder) an. Wenn es allein nicht geht, dann eben gemeinsam, und– nicht zu vergessen!– diejenigen, die heute zwischen 70 und 80 Jahre alt sind, haben diese Wohnform vielleicht schon erlebt.

Irgendwann werden die Bewohner auch verstärkt beginnen, ihre Wohnanlage teilweise selbst in Schuss zu halten, so wie es eine Frau im Artikel {{article_open::662}}„Worauf wir verzichten“{{link_close}} empfohlen hat. Dies wird zwar vorerst bei überschaubaren Wohnprojekten der Fall sein, aber man ist erfinderisch.

Auch Immobilien, aber anderes Thema: Während zum Beispiel die Banken noch überlegen, ob sie Kredite vergeben bzw. die Zinsen für Geld auf dem Konto gegen null ansetzen, gibt es schon eine neue Entwicklung, die diese Diskussionen über kurz oder lang obsolet machen könnte: Crowdfunding-Plattformen. Der europäische Markt für alternative Finanzierungen ist 2014 um 144% auf 2,96 Milliarden Euro gewachsen– für 2015 wird ein Zuwachs auf über sieben Milliarden Euro erwartet. Plattformen für Immobilien-Crowdfunding gibt es in Deutschland bereits– in Österreich sind sie nur mehr eine Frage der Zeit.

Lesezeichen und später Lesen

Mit unseren neuen Funktionen können Sie Lesezeichen anlegen, um Ihre Inhalte schneller wiederzufinden, oder einen Artikel zum später Lesen vormerken – Sie erhalten dann ein Erinnerungsmail nach einigen Tagen.

verstanden

Lesezeichen gesetzt!

Ihre Lesezeichen finden Sie in Ihrem Userprofil.

Erinnerung gesetzt!

Wir senden Ihnen in 3 Tagen ein Erinnerungsmail. Sie können den Zeitpunkt dieses Mails in Ihrem Userprofil ändern..

Login erforderlich!

Um Lesezeichen und Erinnerungen zu setzen müssen Sie eingeloggt sein.

Werbung

Nische mit Potenzial

In der großen Welt der Immobilien sind 1,5 Millionen Dollar eventuell nur ein Rundungsfehler, aber um diese Summe wechselten 15 % des Hard Rock Hotel Palm Springs ihre Besitzer. Das Interessante daran: In den USA wurde diese Summe von 85 Personen aufgebracht, der Verkauf wurde über eine Crowdfunding-Plattform abgewickelt. Crowdfunding ist auf dem Siegeszug. Leider noch nicht in Österreich und bei Immobilien schon gar nicht. Aber … „interessant wäre es schon“.

Fristeten alternative Finanzierungsformen wie Crowdfunding bislang ein Nischendasein, sind sie mittlerweile in einigen Ländern Europas eine zunehmend wichtige Kapitalquelle für viele Start-ups und auch Mittelstandsunternehmen. Wie eine Ernst Young-Studie (PDF, 6 MB) zeigt, nimmt die Bedeutung rasant zu. Allein im letzten Jahr wuchs das Volumen von Transaktionen über Plattformen außerhalb des klassischen Bankensektors europaweit von 1,21 auf 2,96 Milliarden Euro. Für 2015 wird ein Anstieg auf über sieben Milliarden Euro erwartet. Dazu gehören auch immer stärker Immobilien, und in England, Holland oder Deutschland gibt es dafür entsprechende Anbieter, wie zum Beispiel die beiden englischen Plattfomen www.propertycrowd.com und www.apieceoflondon.co.uk oder die deutschen Websites exporo.de, www.companisto.com und www.kapitalfreunde.de.

Technische Entwicklung entscheidend

Für heimische Immobilienexperten wie Anton Bondi, Bondi Consult, stellt sich die „organisatorische“ Frage, wie hoch die Einstiegssumme ist, ab der die Leute investieren können: „Mit 1.000 Euro anzufangen macht nicht viel Sinn, weil der organisatorische Aufwand zu hoch ist.“

„Derzeit zu hoch“, widerspricht Elfriede Sixt, Crowdfundingexpertin, dem Immobilienprofi, denn dank der technischen Entwicklung werde einiges leichter werden: „Wie reden da von einer Digitalisierung der Prozesse, und das bedeutet immer Effizienz.“ Zurzeit haben wir in Österreich noch eher Investment-Modelle als Crowdfunding. Nur ab bestimmten höheren Summen ist es möglich, sich als Investor an einem Projekt zu beteiligen, und da sind 100.000 Euro oftmals die Untergrenze. „100.000 Euro sind für mich nicht Crowdfunding“, meint Sixt, die auch schon einige Publikationen zum Thema verfasst hat. In den USA beginnen die Summen auf einigen Crowdfunding-Plattformen bei 70 oder 80 Euro.

Ab wann geht es los?

So weit sind wir in Europa noch nicht, aber schaut man auf die Website exporo.de, so ist man bereits ab 500 Euro bei einem Projekt dabei, was eher dem Sinn von Crowdfunding entspricht. „Die meisten wollen bei Projekten einsteigen, wenn schon alles erledigt ist“, so Bondi: „Grundstück gekauft, Baubewilligung, am besten noch eine Vorverwertung. Für so ein Projekt brauchen Sie aber auch Leute, die ein Risiko eingehen.“ Vielleicht wären die „Investoren“ ja tatsächlich bei einer Summe von 500 Euro eher bereit?

Seriosität und Transparenz

Worüber sich der Immobilienprofi und die Crowdfundingexpertin aber einig sind: Unternehmen, die eine Immobilie auf diese Art finanzieren wollen, müssen extrem seriös und zu Transparenz bereit sein. Bondi: „Wir setzen Projekte mit sechs bis sieben Investoren um, und das funktioniert. Die kennen aber auch die Rahmenbedingungen und kaufen keine Black Box.“ Der gute Ruf verpflichtet. In den USA wird das Thema Transparenz anders gelöst: Die jeweiligen Anbieter müssen im Internet ein Forum zur Verfügung stellen, in dem sich die Anleger über das jeweilige Projekt austauschen können.

Freudloses Nischendasein

„In Österreich sind alternative Finanzierungsformen abseits von Einzelfällen momentan nicht mehr als ein kleiner Nischenmarkt“, meint Georg von Pföstl, Advisory for Financial Services bei EY Österreich: „Österreich hinkt im internationalen Vergleich hinterher.“ Warum sich Crowdfunding in anderen Ländern so expansiv entwickelt und in Österreich eher noch ein freudloses Dasein fristet, liegt für Sixt neben den rechtlichen Herausforderungen auch am fehlenden Venture-Capital, mit dem solche Ideen oder Plattformen finanziert werden. Sie ist aber überzeugt, dass „die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist. Ich glaube, dass Wien ein hervorragender Ausgangspunkt wäre.“

Die Masse macht’s

Es hat sich nämlich herausgestellt, dass gerade regionale Projekte besonders gefragt sind. Neben dem Argument „Finanzierung Anlage“ spricht noch etwas anderes dafür, Projekte über Crowdfunding zu finanzieren. Als Expertin wurde Sixt bereits von Tourismusvereinen angesprochen, da in einigen heimischen Regionen Wochenendhäuser leer stehen, weil sie von der nächsten Generation nicht mehr genutzt werden: „Die Frage ist, wie man es finanzieren kann, dass sich die Einheimischen den Grund wieder zurückholen.“ Ziel ist es, verfallende Wochenendhäuser aufzukaufen und einer neuen Nutzung zuzuführen. „In den USA wird in diese Richtung gedacht, denn vielen Menschen ist es wichtig, ihre Wohnumgebung selbstbestimmt zu gestalten.“ Ein verwahrlostes Fabrikgelände über Crowdfunding zu finanzieren, um eine neue, dem Wohnumfeld angepasste Verwertung zu ermöglichen, ist ein solcher Aspekt des Sammelns kleiner Beträge. Wenn es ein Großer nicht finanziert, dann eben die Masse.

„Interessant wäre es schon …“

Sixt ist überzeugt: „Crowdfunding für Immobilien hat viel Potenzial.“ Auch wenn Bondi der Meinung ist, dass es „langfristig nicht funktioniert“, spürt man in seinen Aussagen auch einen gewissen Unternehmergeist, und ganz so abgeneigt ist der Profi dann doch nicht: „Interessant finde ich das schon, und ich denke, bei einem kleinen Projekt kann man das durchaus einmal probieren.“

Lesezeichen und später Lesen

Mit unseren neuen Funktionen können Sie Lesezeichen anlegen, um Ihre Inhalte schneller wiederzufinden, oder einen Artikel zum später Lesen vormerken – Sie erhalten dann ein Erinnerungsmail nach einigen Tagen.

verstanden

Lesezeichen gesetzt!

Ihre Lesezeichen finden Sie in Ihrem Userprofil.

Erinnerung gesetzt!

Wir senden Ihnen in 3 Tagen ein Erinnerungsmail. Sie können den Zeitpunkt dieses Mails in Ihrem Userprofil ändern..

Login erforderlich!

Um Lesezeichen und Erinnerungen zu setzen müssen Sie eingeloggt sein.

Kein IMMOLIVE verpassen!

Registrierte Nutzer der unabhängigen Immobilien Redaktion haben uneingeschränkten Zugriff auf unsere Livesendungen und Diskussionen und können Fragen an unsere Expert*innen stellen.

Jetzt registrieren