Schlagwort: Büroflächen

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Coworking-Spaces – mehr Flächen und “neue” Interessenten

Die Anforderungen und Wünsche von Unternehmen und Mietern bringen immer mehr Coworking-Spaces auf den Markt. Das Potential dafür ist noch lange nicht ausgeschöpft meint Thomas Schulz. Mit AllOfficeCenters hat er sich als Makler auf Coworking-Flächen spezialisiert und sieht in den kommenden Jahren viele “neue” Interessenten auf den Markt kommen.

AllOfficeCenters.com bietet flexible Büroflächen in Businesscentern und Coworking-Spaces an.

Schulz: Wir sind weltweit tätig, aber unser Kernmarkt liegt in Europa. Von den skandinavischen Ländern über Deutschland und die Beneluxstaaten bis hin zu Italien und Spanien. Wir sind ein Consulting-Unternehmen und haben uns darauf spezialisiert, flexible Büroflächen europaweit zu vermitteln.

Meine beiden Partner und ich kommen aus der traditionellen Bürovermietung, die sich ausschließlich auf langfristige, konventionelle Mietverträge konzentriert. Vor sechs Jahren haben wir gemeinsam den Fokus auf flexible Bürolösungen gelegt.

Wieso sind Sie in dieses Nischensegment gewechselt?

Im Interview

Thomas Schulz

Thomas Schulz ist einer der drei Mitbegründer und geschäftsführenden Gesellschafter von AllOfficeCenters, Europas führendem Berater für Flexible-Office- und Coworking-Spaces. Schulz kann auf langjährige Erfahrung mit klassischen Gewerbeimmobilien, etwa bei CBRE und Knight Frank, zurückblicken, kehrte der traditionellen Immobilienvermittlung 2014 aber den Rücken und gründete mit seinen Partnern den heutigen Anbieter für flexible Bürolösungen.

Schulz: Wir haben in unserem Beruf der Büroflächenvermietung einen Wandel bei den Unternehmensanforderungen festgestellt, die auf die Veränderungen in der Arbeitswelt zurückzuführen sind. Neben den neuen Wünschen und Bedürfnissen ist die Nachfrage nach projektbezogenen Mietverträgen rasant gewachsen. Da flexible Büroangebote in Deutschland nicht wirklich vorhanden waren, haben wir ein Beratungsunternehmen geschaffen, das den neuen Anforderungen der Unternehmen gerecht wird. Ausschlaggebend waren jedoch die Veränderungen in der Arbeitswelt, denn die Unternehmen mussten flexibler werden.

Vor sechs Jahren war aber relativ früh.

Schulz: Die gesamte Flex-Office-Industrie war in Europa erst in den Kinderschuhen, und die ersten Betreiber standen am Anfang ihres Unternehmertums. Aber uns war klar, dass hier ein großer Wandel stattfindet. Dass es mittlerweile diverse Betreiber gibt, ist natürlich wunderbar und hilft allen.

Wer treibt die Entwicklung zu flexiblen Offices am stärksten voran?

Schulz: Diejenigen, die eine Entwicklung vorantreiben, sind nicht Betreiber wie WeWork, Regus oder wir als Berater, sondern die Unternehmen, die das Produkt in Anspruch nehmen. Diese entscheiden sich vermehrt für flexible Bürolösungen. Auch größere Unternehmen benötigen agile Bürokonzepte und haben mittlerweile den Mehrwert erkannt. Dadurch wurden auch die letzten Skeptiker von der innovativen Leistung überzeugt. Das sind heutzutage jene Unternehmen, deren Mietverträge in den klassischen Büros, die sie vor fünf oder zehn Jahren abgeschlossen haben, auslaufen. Jetzt bieten sich ihnen neue Büro- und Flächenmöglichkeiten, die es so vor einem Jahrzehnt auf dem Markt noch nicht gegeben hat.

Das ist ein enormes Potenzial.

Schulz: Das ist ein riesiger Wandel. Die Nachfrage ist schon lange groß und steigt weiterhin exorbitant an. Die Provider mieten trotz geringer Leerstandsraten nur Top-Locations an, um den Kunden ein starkes Produkt anzubieten. Die Qualität bleibt dadurch weiterhin hoch, obwohl exzellente Büroflächen schon jetzt Mangelware sind. Darin sehen wir eine Herausforderung für die Branche.

Das heißt jetzt nicht, dass jedes Unternehmen flexible Büros sucht, aber die Anzahl derer, die sich für eine unkonventionelle Variante entscheiden, steigt rasant.

Es werden beide „Bürolösungen“ nebeneinander existieren.

Schulz: Richtig. Agile Bürokonzepte werden nicht das alleinige Zukunftsmodell sein, aber es wird einen sehr großen Bestandteil unserer Bürowelt ausmachen. Egal, in welcher Phase sich ein Unternehmen befindet, es gibt immer Bereiche, in denen flexible Mietverträge Sinn machen. Beispielsweise wird sich ein Konzern wie Adidas in Herzogenaurach bei einer temporären Standorteröffnung in einer anderen Stadt zwangsläufig mit flexiblen Lösungen beschäftigen müssen.

Wie zeitlich flexibel sind die Mietverträge?

Schulz: Nach unseren Schätzungen haben 80 Prozent der Unternehmen eine Vertragslaufzeit von zwölf bis maximal 18 Monaten. Es gibt zwar auch Betreiber, die eine tägliche oder monatliche Fälligkeit anbieten, diese werden von den Unternehmen aber nur selten wahrgenommen.

Was ist Ihnen bei der Entwicklung der flexiblen Büroflächen in den letzten Monaten besonders aufgefallen?

Schulz: Die größte Veränderung besteht darin, dass immer größere Unternehmen agile Flächen anmieten. Vor fünf bis sechs Jahren verfügten die Businesscenter für einen bis zehn Mitarbeiter Platz – heute können es mehrere Hundert Mitarbeiter sein. Früher hatte ein klassisches Businesscenter rund 1.500 Quadratmeter Fläche mit mehreren kleinen Büros. Heute sind die Coworking-Center viel größer und mit Lounges, Teambüros und etlichen Meeting-Räumen ausgestattet.

Sind die Angebote in den einzelnen europäischen Ländern unterschiedlich?

Schulz: Die Unterschiede sind nicht groß – sie liegen eher im Detail. In den DACH-Ländern wollen die Unternehmen Büroräume mit Fenstern und Tageslicht. In Amsterdam, Paris oder London liegt der Fokus stärker auf dem Community-Bereich mit täglichen Events. Diese feinen Unterschiede sind auf Faktoren wie Arbeitskultur, Gesellschaft sowie Marktgegebenheiten zurückzuführen. 

Das wird ja auch mit den Mieten zu tun haben.

Schulz: Nicht nur. Natürlich sind die Mieten in New York und London höher, sodass man mehr Menschen auf engerem Raum unterbringen muss. Daher ist die Fläche pro Arbeitsplatz in New York, Tokio, Hongkong oder Singapur kleiner. Das macht sich allmählich auch bei uns aufgrund der Büroknappheit in zentralster Lage bemerkbar.

Die Größe des Arbeitsplatzes?

Schulz: Ja, wir stellen fest, dass Nutzer der DACH-Region großen Wert auf Privatsphäre am Arbeitsplatz legen. Das sieht in London oder auch Amsterdam aufgrund der Mentalität anders aus. Bei uns wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in einem Coworking-Center einen Rückzugsort haben, mit der Möglichkeit, die Community und die allgemeinen Bereiche zu nutzen. Das ist der wesentliche Unterschied im Vergleich zu anderen Ländern.

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5 Fakten zu Coworking spaces

Gekommen, um zu bleiben – fünf Thesen zum Boom der Coworking-Spaces

Flexible Workspaces sind nicht nur in aller Munde, sie haben auch das Potenzial, die Büromärkte grundlegend zu verändern. Zu diesem Ergebnis kommt Savills in seiner aktuellen Analyse „Flexible Workspaces in Deutschland: Quo vadis?“.

Der Autor

Matthias Pink

Matthias Pink verantwortet seit 2008 die Marktforschung bei Savills in Deutschland, seit 2015 als Head of Research. Unter der Leitung des diplomierten Geographen, der zudem Volkswirtschaftslehre studierte, berichtet das Research-Team laufend über die Entwicklungen am deutschen Wohn- und Gewerbeimmobilienmarkt und beleuchtet in Analysen und Studien aktuelle Fragestellungen sowie langfristige Trends und ihre Folgen für die […]

Flexible Workspaces sind weit mehr als nur flexibel nutzbare Schreibtische. Schon als solche allerdings erfüllen sie bestimmte Flächenbedarfe besser, als klassische Bürofläche das kann. Darüber hinaus erfüllen sie aber gerade für große Unternehmen noch weitere Zwecke, zum Beispiel im Recruiting. Das macht sie zu einer Art Schweizer Taschenmesser im strategischen Werkzeugkoffer der Corporates, und deshalb glauben wir, dass sie zum festen Bestandteil der Immobilienstrategie vieler Konzerne werden.

Die Dynamik am Markt für Flexible Workspaces ist so hoch, dass sich fast zwangsläufig die Frage stellt: Wohin führt das? Unsere fünf Thesen zur Zukunft der Flexible Workspaces sollen aufzeigen, wohin die Reise gehen könnte, und den Büromarktakteuren als gedanklicher Anstoß und Grundlage strategischer Entscheidungen dienen.

Coworking Spaces These 1: Flexible Workspaces sind gekommen, um zu bleiben

Der technologische Wandel spielt für das Entstehen von Flexible Workspaces eine zentrale Rolle. Er hat es ermöglicht, dass immer mehr Menschen ihrer Arbeit an jedem beliebigen Ort nachgehen können. Damit hat das klassische Unternehmensbüro seine Monopolstellung verloren, und kein Weg führt mehr zurück. Die Diskrepanz zwischen dem, was am traditionellen Büromarkt angeboten wird, und dem, was nachgefragt wird, ist sogar größer geworden und wird in absehbarer Zeit noch größer. Die Anbieter von Flexible Workspaces stoßen in diese Lücke und werden sich deshalb einen festen Platz am Büromarkt erobern.

 

Coworking Spaces These 2: Angebot und Nachfrage wachsen noch einige Jahre rasant, dann folgt eine Marktbereinigung

Es ist erstens vergleichsweise leicht und wenig kapitalintensiv, einen Flexible Workspace zu eröffnen. Zweitens begreifen sich die neuen Anbieter am Büromarkt auch als soziale Netzwerke, deren Wert mit jedem weiteren Mitglied steigt. Durch diese Kombination aus niedrigen Markteintrittsbarrieren einerseits und Netzwerkeffekten andererseits ist weiteres Angebotswachstum programmiert – und eine darauf folgende Marktbereinigung ebenso. Hinzu kommen temporäre Triebkräfte auf der Nachfrageseite. So gilt Coworking heute als „cool“, aber dieser Coolness-Faktor wird verschwinden – und mit ihm ein Teil der Nachfrage.

 

Coworking Spaces These 3: Im kleinteiligen Büroflächensegment werden Flexible Workspaces von der Ausnahme zur Regel

Wegen der recht hohen Transaktionskosten am Büroflächenmarkt ist es in den meisten Fällen unwirtschaftlich, sehr kurze Mietverträge für beispielsweise nur ein Jahr abzuschließen. Bei Flexible Workspaces ist das anders, denn hier fallen einzelne Bestandteile der Transaktionskosten wie etwa Möblierungskosten potenziell komplett weg oder sind zumindest geringer. Der Effekt ist umso größer, je kleiner der Flächenbedarf ist. Deshalb geht Savills davon aus, dass Flexible Workspaces im kleinteiligen Büroflächensegment einen großen Teil der Nachfrage absorbieren werden.

 

Coworking Spaces These 4: Flexible Workspaces werden zum festen Bestandteil der Immobilienstrategie großer Unternehmen

Bestimmte Flächenbedarfe großer Unternehmen, etwa wenn sie zeitlich begrenzt sind, lassen sich mit Flexible Workspaces besser abbilden als am klassischen Bürovermietungsmarkt. Genau dafür werden die Corporates sie auch in Anspruch nehmen. Flexible Workspaces sind aber weit mehr als das. Sie werden für die Unternehmen zum strategischen Instrument, zum Beispiel im Recruiting oder um Zugang zu bestimmten Netzwerken zu bekommen.

 

Coworking Spaces These 5: Bürofläche wird zur Massenware mit geringer Marge

Die Anbieter von Flexible Workspaces befriedigen viel mehr Bedürfnisse, als nackte Bürofläche das kann. Die bloße Bürofläche nutzen sie nur als Vehikel. In Analogie zur Computerindustrie könnte man sagen, dass die Anbieter von Flexible Workspaces die passende Software zur ‚Hardware‘ Bürofläche bereitstellen. Das verlängert die Wertschöpfungskette, und weil die Bürofläche dann nur noch ein Teil des Wertschöpfungsprozesses ist, wird sie austauschbarer, und die Margen, die sich mit ihrem Verkauf bzw. ihrer Vermietung erzielen lassen, sinken.

 

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Wien: Minus 50 Prozent Bürofläche!

Der Wiener Büromarkt hat fast die Hälfte seiner Büroflächen auf einen Schlag verloren! Und das ist gut so. Hauptverantwortlich für dieses „Minus“ ist Alexander Bosak. Aber nicht nur er allein.

Hatte der Wiener Büromarkt bis dato knapp über 10 Millionen Quadratmeter Bürofläche, so sind es mittlerweile nur noch 5,534.438. Dies ist die aktuelle Summe, die einem modernen, international vergleichbaren Bürostandard entspricht und vom Vienna Research Forum (VFR) unter dem Vorstandsvorsitzenden Alexander Bosak erfasst wurde. Das heißt: Der Wiener Büromarkt ist damit transparenter und im internationalen Kontext vergleichbarer geworden.

Der neue VRF-Standard identifiziert Büroflächen nämlich nach definierten Qualitätskriterien. Das Vienna Research Forum zählt nur Büroflächen, die ab 1990 gebaut oder generalsaniert wurden. Außerdem müssen Mindestkriterien erfüllt sein, um überhaupt in die weitere Analyse aufgenommen zu werden.

Tatsächlich basierten die Daten des bisher kolportierten Büroflächenbestandes auf der Arbeitsstättenzählung der Statistik Austria, die zuletzt 1991 aktualisiert worden ist. Die bisherige Datenbasis der Arbeitsstättenzählung war damit lange schon nicht mehr ausreichend für die Immobilienwirtschaft. Inkludiert waren u.a. auch Büroräume von Schulen, Betriebsobjekten und sehr kleine Büroflächen. Es war–wie gesagt–eine Arbeitsstättenzählung, und keine Büromarkterhebung.

Am wichtigsten war, diese Masse an Büroflächen in einer vernünftigen Zeit und in entsprechendem Ausmaß aufzuarbeiten und auseinanderzudividieren. Georg Muzicant von Colliers meinte mir gegenüber bei der Expo 2013, es gäbe Gespräche, alles zu vereinheitlichen, aber es werde noch etwas dauern. Hat es, aber das war es wert. Denn Wien hat nun ein transparentes und international vergleichbares Datenmaterial: Um dieses überhaupt zu bekommen, war die Kooperation der großen heimischen Maklerunternehmen nötig, und sie haben auch alle mitgemacht: Die am Wiener Büroimmobilienmarkt führenden Kanzleien BAR, CBRE, Colliers, EHL, ÖRAG, OTTO und Spiegelfeld sind Mitglieder von VRF und haben mit ihrer Mitarbeit diese neue Kategorisierung überhaupt erst ermöglicht.

Es ist eine besonders erfreuliche Tatsache, dass sich alle großen heimischen Unternehmen daran beteiligt haben, um die Transparenz zu fördern.

Weiters ist es auch gelungen, den Wiener Markt in Submärkte zu unterteilen, was sicherlich auch mit viel Diskussionsarbeit verbunden war.

Und noch etwas: Das Vienna Research Forum wird vier Mal pro Jahr eine Aktualisierung der Daten veröffentlichen.

Es mag schon sein, dass die eine oder andere Entscheidung von dem einen oder anderen Research-Teilnehmer, auch wenn man nicht ganz davon überzeugt ist/war, stillschweigend hingenommen wurde. Ausschlaggebend ist, dass man sich auf einen einheitlichen Standard geeinigt hat. Änderungen kann man in weiterer Folge immer noch durchführen. Die Basis war wichtig, und die ist geschaffen.

Nach 20 Jahren als Journalist mit dem Schwerpunkt Immobilien werde auch ich mich an die neuen Basisdaten erst gewöhnen müssen. Aber diese Phase ist nur kurz, und spätestens im nächsten Frühjahr kräht kein Hahn mehr danach, was vorher war.

Vielleicht darf ich auch noch irgendwann einmal in meiner beruflichen Karriere eine Vereinfachung des Mietrechts erwarten, aber da sind wir wieder bei den politischen Entscheidungsträgern: Die agieren lange nicht so vernünftig und kompromissbereit, wie es in der Privatwirtschaft der Fall ist.

Aber bis zu meiner Pensionierung ist ja noch etwas Zeit …

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Ungewöhnlich und fordernd

Die Situation am Wiener Büroflächenmarkt ist historisch ungewöhnlich, und es ist weder für Mieter noch für Vermieter einfach – dafür läuft der Markt aber recht gut.

Die historisch geringe Produktion an neuen Büroflächen sollte eigentlich eine Entspannung für die Vermieter bringen. Dem ist aber nicht so. Trotz der wenigen neuen Flächen, die auf den Markt kommen, „bleibt der Mietermarkt hart umkämpft“, wie Ewald Stückler, Geschäftsführer von T.O.C., tecno office consult feststellt: „Es fehlt hier an Vertrauen in die Politik und an einem echten Aufschwung seitens der Investoren zur Neuflächenproduktion und vonseiten der Unternehmer an Investitionslust.“ Der Markt generiert sich aus sich selbst, und „Österreich kann nicht ewig im eigenen Sud kochen, da wird uns absehbar die Einlage ausgehen“. Stücklers Einschätzung wird durch das Wettbewerbsranking 2016 des renommierten IMD bestätigt. Österreich hat sich um zwar um zwei Plätze verbessert, liegt aber immer noch im hinteren Mittelfeld. Der Abstand zu EU-Ländern wie Schweden oder den Niederlanden ist nach wie vor groß. Unser Nachbar Schweiz liegt übrigens auf Platz 2 und damit um 22 Ränge besser als Österreich.

Umzug statt Zuzug

Weiterhin trägt sich also die Nachfrage nicht durch Zuzüge, sondern durch Umzüge, und ist trotzdem „in allen Flächenbereichen etwas besser als im Vorjahr“, stellt Alexander Fenzl, Leiter der Gewerbeimmobilien-Vermarktung bei der Otto Immobilien Gruppe, fest. Die Nachfrage im Bereich zwischen 200 und 500 Quadratmetern ist auf ähnlichem Niveau wie im vergangenen Jahr. Die voraussichtlich etwas höhere Vermietungsleistung im heurigen Jahr ist auf eine stärkere Nachfrage nach größeren Flächen zurückzuführen. Auch sieht Herbert Velten, Leiter der Büroimmobilien-Abteilung bei Colliers Österreich, „eine gewisse positive Grundstimmung, die trotz der geringen Zahl an Erstbezugsflächen Unternehmen nicht abhält, notwendige Veränderungen vorzunehmen.“

Flächen werden knapp

Die weiterhin anhaltende Nachfrage und die historisch geringe Neubautätigkeit bei Bürogebäuden– parallel dazu weitere Umwidmungen von ehemaligen Büros in Wohnungen– führt zu einer Flächenverknappung, „die sich mittlerweile in Teilbereichen sehr deutlich zeigt“, so Fenzl. So wurden die noch vorhandenen modernen Flächen im Ersten Bezirk sukzessive absorbiert. Da derzeit kein neues Büroprojekt im Zentrum geplant ist, „können wir bereits jetzt einen Engpass beobachten“. Dieser könnte in weiterer Folge zu einer Preissteigerung in diesem Segment führen. Nicht nur für die City, sondern für die ganze Stadt rechnet BAR-Geschäftsführer Michael Zöchling auf Grund der wenigen Flächen „mit einem signifikanten Anstieg der Mietpreise.“

Chance für Zweitbezüge

Durch die mangelnde Neubautätigkeit haben derzeit Zweitbezüge eine hervorragende Chance, vom Markt aufgenommen zu werden. Zahlreiche Objekte, die nicht als Wohnbau konzipiert werden können, kommen saniert und renoviert auf den Markt. „Grundsätzlich sind hochwertig renovierte Objekte marktunabhängig immer eine gute Wahl“, meint Velten und merkt an, dass die aktuelle Knappheit für die Mieter auch ihre positiven Seiten hat: „Vermieter sind vor allem bei problematischeren Objekten zu größeren Zugeständnissen bereit.“ Sie versuchen damit Mieter und Interessenten noch vor den ab 2018 neu auf den Markt kommenden Flächen über diesen Zeitraum hinaus mit attraktiven Angeboten zu binden.

Mangel durch Konzentration abgeschwächt

Flächenangebote kommen aber auch aus einer anderen Ecke. Aktuell gibt es speziell in der Bankenlandschaft einen starken Umbruch. ERSTE Campus oder Bank Austria Campus konzentrieren die verstreuten Büroflächen der beiden Kreditinstitute, denn diese ziehen jeweils mit ihren Tochtergesellschaften an einen neuen, zentralen Standort. Dadurch kommen Bestandsimmobilien in guten Lagen auf den Markt, die nach erfolgreicher Revitalisierung für Klein- und Mittelbetriebe als neuer Bürostandort durchaus sehr interessant sein können. Auch für Retailer kann etwas dabei sein „da viele Bankfilialen in absoluten A-Lagen frei werden“, so Stückler.

Hauptsache flexibel

Die Zeiten sind unsicher, und ob man das positiv oder negativ bewerten will, sei einmal dahingestellt, aber auf jeden Fall müssen die Büroflächen auf die Entwicklungen reagieren können. Wenn ein Gebäude grundsätzlich gewisse Lagevoraussetzungen vor allem hinsichtlich öffentlicher Anbindung, Lageimage und Infrastruktur erfüllt hat, „wird immer mehr Rücksicht auf eine flexible Gestaltbarkeit der Flächen gelegt“, so Fenzl. Gefragt sind vor allem neue Flächen, die höchste Flächeneffizienz mit maximaler Flexibilität vereinen. „Nur so können Unternehmen auf Veränderungen in der Organisationsstruktur problemlos und unverzüglich reagieren“, meint Zöchling und sieht in diesem wichtigen Punkt– nämlich in der Flexibilität– auch den Nachteil für Zweitbezüge, „sofern sie vor 1995 errichtet wurden. Diese werden gegenüber neu errichteten Gebäuden immer das Nachsehen haben.“

Neuer Standort kombiniert mit Kultur

Interessant ist für T.O.C.-Chef Stückler, dass Standortverlegungen nicht nur eine örtliche Veränderung bedeuten, sondern viele größere Mieter eine Übersiedelung nutzen, um ein neues Office- bzw. Arbeitskonzept umzusetzen: „Besonders wichtig ist es den Mietern, vor einer Standortverlegung die Chance einer Veränderung auch im Unternehmen zu nützen.“ Die eigene Bürokultur wird hinterfragt und in vielen Fällen eine Standortverlegung professionell geplant. „Dabei geht es nicht um den Umzug von Mitarbeitern und Möbeln allein, sondern sehr stark um einen Change-Management-Prozess zur Findung der neuen Firmenkultur, umgesetzt an einem neuen Standort.“

Cluster und Umgebung

Der muss allerdings „alle Stückerln“ spielen. Eine direkte öffentliche Verkehrsanbindung ist ohnehin ein „must have“, aber Außenbereich und Umgebung werden immer wichtiger. Wenn man neue Büroflächen sucht, dann am besten in einem geeigneten Umfeld, und der Trend geht weiterhin– wie schon die letzten Jahre– Richtung Bürocluster: Hauptbahnhof, Quartier Belvedere Central, Viertel Zwei, Euro Plaza, Vienna DC oder City. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Erdberger Mais als Cluster noch nicht wahrgenommen wird. Das liegt vermutlich auch an seiner Größe. Das Entwicklungsgebiet beinhaltet zwar vom t-mobile Center über das Marximum bis zu St. Marx und Towntown gute Projekte, aber es ist noch nicht ganz klar als gesamte Einheit zu erkennen. Zahlreiche Bauvorhaben (siehe Interviews) werden hier sicherlich eine Veränderung bewirken, und man darf gespannt sein, wie sich das Areal in Zukunft präsentieren wird.

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business couple working together on project at modern startup office

Großraumbüros nützen keinem

Großraumbüros liegen im Trend. Wände werden eingerissen, private Rückzugsorte werden abgeschafft. Das soll die Kommunikationskultur verbessern und alles noch besser, schneller und innovativer machen. Dieses Denken ist Mist!

Es gibt auch andere Lösungen

Die Lösung ist aber nicht das Großraumbüro, sondern unternehmerisches Handeln. Oft sind für mangelnde interne Kommunikation nicht die Wände verantwortlich– sondern internes Kräftemessen und Machtspielchen. Eine Wand zu entfernen wird nicht dazu führen, dass Mitarbeiter lieb zueinander sind. Die werden einander weiterhin gegenseitig ausstechen– auch zusammen in einem Raum.

Doch was ist die Lösung? Schaffen Sie eine Unternehmenskultur, die interne Machtkämpfe vermeidet und das Teamwork fördert. Schulen und sensibilisieren Sie zudem Ihre Mitarbeiter, wie interne Kommunikation bei Projekten funktioniert.

Kreativität braucht Freiraum

Mangelndes kreatives und innovatives Denken wird sich nicht durch ein Großraumbüro verbessern lassen. Kreativität und Innovation entstehen, wenn Mitarbeiter Freiräume haben, nicht permanent gereizt sind und das maximale Gewinnstreben nicht ständig eingetrichtert wird.

Ein Großraumbüro stört die Ruhe der Mitarbeiter und verursacht zusätzlichen Stress. Um die notwendige Konzentration zurückzuerobern, setzen sie Kopfhörer auf und kapseln sich von der Außenwelt ab. Sie besprechen die Dinge noch weniger als zuvor, da man die anderen nicht stören will. Resultat ist, dass die Machtkämpfe sich noch weiter verschärfen. Echte Mauern werden einfach durch unsichtbare ersetzt.

Deshalb, liebe Unternehmer und angestellte Führungskräfte, steht auf und sagt nein zu Großraumbüros. Arbeitet stattdessen an den wahren Ursachen der Probleme, wie es sich für Unternehmer gehört!

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