Mediation und gemeinsame Lösungen – Ergebnisse erzielen statt streiten

Betrachtet man die Corona-bedingten Herausforderungen, dann lässt sich daraus nur schließen, dass entweder die Gerichte kollabieren oder sich die Rechtsstreitigkeiten auf Jahre hinausziehen werden. Andere Lösungen müssen gefunden werden.

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© Plotulit via Twenty20

Spätestens im Mai 2020 war klar, wohin es in den folgenden Monaten gehen würde. Die Nachrichtenlage war unübersichtlich, und die Probleme, die vorerst als die Hauptprobleme erschienen – wie werden wir in dieser veränderten Welt arbeiten, wie werden wir unsere Kommunikation aufrechterhalten? –, stellten sich als lösbar heraus. Was sich aber damals schon am Horizont abzeichnete, kam und kommt jetzt mit voller Wucht auf die Immobilienbranche zu, wobei sich die Dimension dieser Dynamik noch gar nicht abschätzen lässt. Vermutlich werden wir erst im Laufe des Sommers die weiteren Entwicklungen sehen. Es könnte aber sehr heiß werden.

Ein Streit als Beispiel für viele

Der in den Medien viel beachtete Streit zwischen der Karl Wlaschek Privatstiftung und der Familie Querfeld als Betreiber des Café Landtmann ist ein typisches Beispiel dafür, wie schwer es derzeit sowohl für Mieter als auch für Vermieter ist. Tatsächlich ist dieses Problem aber viel weitreichender und betrifft nicht nur die Gastronomie, sondern auch den Einzelhandel.

Gemeinsame Lösungen finden

Dort werden mit Spannung die ersten Gerichtsurteile erwartet – nicht nur wegen der großen Gewerbemieter. Denn worüber keiner wirklich sprechen möchte: Bei kleinen Geschäften und im Wohnbereich könnte Ähnliches passieren: Die Mieten lassen sich nicht mehr bezahlen. Der Weg zum Gericht ist vermutlich nicht die beste Lösung oder wie die Mediatorin Melanie Berger, Mediationskanzlei Adler & Berger, meint: „Vor Gericht bekommen Sie irgendwann ein Urteil, aber oftmals keine Lösung.“ Die Mediatorin empfiehlt jedenfalls jedem, „auch an die Zeit nach der Pandemie zu denken, bevor teilweise langjährige gute Vertragsbeziehungen verbrannt werden“.

Gemeinsame Lösungen sind vermutlich nicht nur der Schlüssel für eine weitere Zusammenarbeit, sondern auch prinzipiell für die Zukunft. Sie zu suchen wird eine große Herausforderung werden. Auch in der Bewertung. Denn viele Themen, die in den vergangenen Jahren angestoßen wurden, zeigen jetzt eine enorme Dynamik. Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben, und damit verändert sich die Bürowelt. Das ist eine Entwicklung, die sich bereits früher gezeigt hat, aber eine Lösung wird jetzt wegen Corona immer dringender.

Wie sollen in weiterer Folge Immobilien bewertet werden?

So meint Astrid Grantner, Geschäftsführerin EHL Immobilienbewertung: „Was sind Arbeitsflächen, was sind Aufenthaltsflächen und in welchem Zusammenhang stehen diese? Die Frage ist, wie man die vermietbare Fläche definiert – wie man sie definieren wird.“ Womit sich der Wert einer Immobilie verändert. In einer Art und in einer Geschwindigkeit, die so nicht vorhersehbar waren. Ein grundlegendes Thema ist damit der Wert dieser Immobilien. Zusätzlich seien „Studentenheime, Logistikimmobilien, Gesundheits- und Pflegeimmobilien“ erst in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus von Investoren geraten, so Grantner. Während die einen – etwa die Logistikimmobilien – einen enormen Boom erfahren, haben die anderen, wie die Studentenheime, in den letzten zwölf Monaten eine schwere Zeit durchgemacht. Die Frage stellt sich, wie sich das in weiterer Folge in der Bewertung zeigen wird beziehungsweise wie Käufer und Verkäufer mit dieser Situation umgehen werden.

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