Werbung

Zum Werbetreibenden
Werbung überspringen
Kapitel
Kommentare

Zum kommentieren bitte

Wenn Sie noch keinen Account haben können Sie sich hier registrieren


Schreiben Sie den ersten Kommentar!

ImmoLive und die Stadt der Zukunft – Ideen, Visionen, Umsetzung

Vor einigen Jahren war man überzeugt, dass der Großteil der Menschen bald nur mehr in Städten leben wird. Es gibt aber auch eine Gegenbewegung und die hat sich in den letzten 18 Monaten dynamisiert. Das heisst unser heutiges Diskussionsthema „Die Stadt der Zukunft – Ideen, Visionen, Umsetzung“ betrifft auch Klein- und Mittelstädte. In welcher Form der Stadt auch immer, die Menschen bleiben nur dann, wenn diese in Zukunft auch wirklich lebenswert sind. Was dürfen wir von der Zukunft erwarten?
Wie lassen sich lebenswerte Stadtteile und Städte kreieren?

Die persönliche Abschlussrunde gibt’s ab Minute 57 mit hervorragenden Zusammenfassungen. Und ja: Der Fujijama ist nur 2,5 Autostunden von Tokio entfernt … .

Über das neue Projekt im dritten Bezirk sagt Wolfdieter Jarisch. Man benötigt eine bestimmte Größe einer Liegenschaft, damit man frei agieren kann und nicht nur eine bebaute Fläche. Änderung die für das Projekt im dritten Bezirk geplant sind : „Früher wurde in die Horizontale gebaut, da es genug Flächen gab. Aber jeder Quadratmeter kostet viel Geld und dann wurde  in die Höhe gebaut.“ Beim neuen Projekt am Rennweg soll wieder eine Verbindung zwischen horizontalem Bauen und vertikalen bauen geschaffen werde – dass es einen Schritt zurückgeht. „Back tot he roots“

Auch die Struktur innerhalb des Projektes ist eher dörflich „wir versuchen dort eine Stadt zu entwickeln, die in sich funktioniert. In der es alle notwendigen Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleister gibt für alle Altersstufen –  ein Dorf, das sich selbst organisieren kann, das Arbeiten, Wohnen Sport, Spiel und Familie verbinden.

Viertel Zwei – Stadtteil der Zukunft: Walter Hammertinger: die größte Herausforderungen der Stadtteilentwicklung ist die Zeitachse. 2004 begonnen und 2024 wird das Projekt abgeschlossen. Stadtentwicklung wird ab einer bestimmten Größe für den Entwickler interessant.

Stadt findet zwischen den Gebäuden statt.

Es geht nicht um eine willkürliche Anordnung der Gebäude, sondern dort, wo die Menschen aufeinandertreffen. Wo ich den Mehrwerte zwischen den Immobilien der Stadt erleben kann. Es gibt Plätze, die einen ansprechen und das ist das „schöne, wenn man sich auch mit diesen Dingen auseinandersetzen kann – und auch muss.“

Ernst Kovacs über seine Mitarbeit an dem großen stadtentwicklungsprojekt Nordbahnhof Lasallestraße : „Die Kunst ist, einen Stadtteil so zu planen, dass er von Anfang an lebenswert ist.“ Wenn das erste Gebäude errichtet wird, kann das Leben zwischen den Gebäude noch nicht stattfinden. „Das war am Nordbahnhof ein großes Thema und damals wurde die Kritik sehr laut, dass in den ersten Gebäuden entlang der Lasallestraße noch zu wenig Geschäfte gab. Aber wer mietet sich schon ein, wenn er noch keine Käufer hat?“ Das sei ein sehr heikles Thema bei den Stadtentwicklungen. Gab es interne Umstellungen der Flächen? „Das ist eine Frage des Eigentümers Wenn es der Bauträger selbst ist, so besteht die Möglichkeiten. Wenn die Fläche bereits verkauft wurde, dann nicht.

Walter Hammertinger ergänzt: „Es ist immer eine Herausforderung.“ Ist der Lebensmittelhandel am Anfang an der richtigen Stelle und ist er es auch nachdem das Gebiet fertig entwickelt wurde – oder haben sich andere Zentren ergeben? Value One hat sich die Erdgeschoßflächen behalten und damit kann man die Versorgung sicherstellen – aber vor allem die Veränderung beeinflussen. „Man soll sie orchestrieren.“

Die Stadt der Zukunft ist für die diversen Assetklassen verschieden

Alexander Rössler von der Immofinanz: „Der Druck aus vielen Ecken führt dazu, dass wir umdenken müssen, aber ich glaube, dass das für alle Assetklassen verschieden ist.“ Man kann sie nicht über einen Kamm scheren: Office ist nicht tot, es lebt, es wird sich aber verändern. Es wird hotelartige Büroflächen geben kombinieret mit viel Infrastruktur und einem Maximum an Flexibilität, wie bei myhive, „Pay per Use“ – nur zahlen, was man auch wirklich nutzt. Wohnen: was ist noch leistbar, was ist nachhaltig und was ist nutzbar?

Back to the roots

Wie können wir generell leistbares Wohnen schaffen, wie können wir nachhaltig sein, wie können wir Flächen nachverdichten? Antwort auf alle Fragen: Auf den Fachmarkt STOP-SHOP  der Immofinanz sollen Wohnbauten errichtet werden. Europaweit sollen somit 12.000 Wohnungen von 50-75 Quadratmeter gebaut werden. „Das ist der erste Schritt in Richtung einer dörflichen Vision“, meint Alexander Rössler, „von der ich glaube, dass das die Zukunft ist.“

Weniger Autos, kürzere Strecken in der „Stadt“ – das Thema Wohnen und Retail in einer gewissen Dörflichkeit wird die Zukunft sein.

Die Politik muss Verkehrssystem ausbauen meint Ernst Kovacs, „das Auto nur verhindern, wird nicht funktionieren“, sondern es wird notwendig sein attraktive Angebote an öffentlichen Verbindungen zu haben. Es wird weniger Platz für Autos geben. Die Politik ist aufgerufen, die Rahmenbedingungen zu schaffen, meint Alexander Rössler. Zwischen Eisenstadt und Wien gibt es keine direkte Zugsverbindung.

„Die Politik hat in den vergangenen Jahrzehnten viel versäumt und es muss sich und wird sich in Zukunft hier sehr viel ändern“, ist Ernst Kovacs überzeugt.

Zwei wesentliche Punkte der Stadtentwicklung

Nachhaltigkeit und Digitalisierung. „Über das Gebäude hinausdenken – man kann mehr machen bei der Stadtentwicklung, als Räume zur Verfügung zu stellen. Walter Hammertinger: „Irgendwie wird es dörflich.“ Auch in Großstädten hat jeder sein Grätzel, seinen Wirkungsbereich und den versucht man sich bestmöglich herzurichten.“

Wolfdieter Jarisch über die DC: „Es liegt an uns, versiegelte Flächen aufzubrechen und Grünflächen zu machen“ – eine kleine CO2 neutrale Stadt in der großen zu schaffen, wäre ein Ziel.

In die DC kamen bisher die Leute nur zum Arbeiten und die, die dort gewohnt haben, sind zum Arbeiten weggefahren – es gehört aber eine vernünftige lebenswerte Durchmischung dazu. Das ist das Ziel der S+B Gruppe.

Urlaubsfeeling in der Großstadt

Urlaubsfeeling in der Großstadt – das ist ein Ziel der Stadtentwicklung. Das muss der Ansatz sein, so Walter Hammertinger. Wenn man durch eine Stadt geht und sich wohl fühlt und wenn wir die Stimmung erzeugen können, dann hat man das geschafft, was einen Mehrwert liefert.

Wolfdieter Jarisch ergänzt zum Verkehrsthema: „Wir haben in Wien in den letzten Jahren viele Radwege geschaffen.“

Wieviel Visionär muss man bei der Stadtentwicklung sein: „Viel“ so Jarisch, aber „man geht Schritt für Schritt heran und man muss ein großer Visionär sein.“ Die Idee ist es, die Stadtteile unabhängig zu machen. Nicht nur die Stadt entwickeln, sondern auch noch neue Ideen und Konzepte dazustellen, um eine Stadt zu kreieren.

Cradle to Cradle

„Cradle to Cradle ist mehr als Nachhaltigkeit“, so Alexander Rössler. Da müssen wir komplett umdenken – wir werden nur das haben, was wir nutzen können und es ist so, dass wir das einmal weitergeben müssen. Ein friedliches Miteinander und vertrauensvoll.“

„Wie schrauben wir unsere Bedürfnisse, auf das was notwendig ist, zurück“, so Ernst Kovacs. Leerstehende Gebäude entweder nutzen oder abreißen, damit die Versiegelung Einhalt geboten wird.

„In der Stadt suchen wir das Dorf und im Dorf suchen wir das Weite!“ Sind Ideen und Erfahrungen von der Großstadt auf Klein- und Mittelstädte umzulegen? Alexander Rössler: „Eisenstadt wächst wie verrückt und es hat sich viel an den Rand verlegt.“ Auch hier wäre die Politik gefordert, um Kleinstunternehmer attraktive Ansiedelungsmodelle zu schaffen. „Ein gesunder Handel ist der erste Schritt, dass Leute kommen.“ Man müsste innovativer von Seiten der Kommunalverwaltung sein.“

Eine ähnliche Situation sieht Ernst Kovacs auch in Stockerau.

„Man muss eine Stimmung generieren, egal ob in einer Stadt, einem Stadtteil oder einem Dorf.“ Man kann das auf eine große Metropole anwenden und auch auf kleinere Strukturen. Die Menschen haben alle die gleichen Bedürfnisse. Sie fühlen sich in gewissen Bereichen wohl oder auch nicht.“ Ein ausgewogenes Verhältnis „Wohnen Arbeiten“ bringt ein neues Gefühl in den Stadtteil.

Alles in dem Umfeld zu haben, was man braucht, Lebensqualität und alles in einem kleineren Maßstab – das ist lebenswert.

Wird es möglich sein, sich von einem Korsett der rechtlichen Rahmenbedingungen und den entsprechenden Flächenwidmungen und Bebauungsbestimmungen zu befreien? Wolfdieter Jarisch antwortet: „Wenn man eine gute Idee hat und eine gute Vision hat, kann man mit der Stadt gut reden und bekommt eine Unterstützung. Besondere Projekte bekommen eine gute Betreuung.“

Walter Hammertinger über das Viertel Zwei: „Wir haben immer mit einer großen „Spange“ gearbeitet: In Summe „soll nicht mehr als … oder weniger als … “ sein, je nachdem, was man betrachtet.“ Außerdem: „Kein Mensch hat gewusst, wie man einen See widmet. Besondere Objekte bedürfen besonderer Instrumente. Wir kommen oft an die Grenzen der Instrumente. Die uns hier begleitet haben vom Magistrat, die sind mit uns gerne diese Extrameile gegangen.“

Man sollte prüfen, bevor ein Bauprojekt genehmigt wird, dass dieses nachhaltig ist. „Man müsste Anreize geben für die Projekte“, so Alexander Rössler „und keine Verbote.“ Immobilienentwickler sollten sich Ideen überlegen. Cradle to Cradle wird immer wichtiger und wir sollten – nicht nur – in Österreich hier rasch neue Wege gehen.

Beispiel: Industriezentrum NÖ Süd – wie lässt sich hier eine Durchmischung schaffen oder werden wir grundsätzlich schon auch klar getrennte Bereiche/Stadtteile haben?

Ernst Kovacs: „Das Problem ist, wie schafft man das nachhaltig zu ändern?“ Der erste Wohnraum, den man hier schafft, könnte wenig attraktivsein. Veränderungen können nur über Jahrzehnte erfolgen, denn so ist der Stadtteil auch entstanden.

Man darf das Gewerbe nicht verbannen – und auch bei FMZ muss man Wohnbauten so trennen, dass die Leute, die dort wohnen nicht gestört werden. “Aber irgendwo wird man Platz brauchen für Gewerbe und Industrie.“ Verbannen dürfe man sie aus der Stadt nicht. „Wir werden uns mit diesen Strukturen abfinden müssen.“

Gewisse städtische Strukturen müssen für sich alleine stehen und passen besser zusammen – das wird nicht anders gehen. „Stadt ist etwas komplexes“, so Walter Hammertinger: „Es ist eine ordentliche Aufgabe, dass man Stadt langfristig denkt.“

Die drei wichtigsten Aspekte für eine Stadt der Zukunft?

Wolfdieter Jarisch: Urlaubsfeeling, ein funktionierender Kreislauf mit einer großen Unabhängigkeit und Leistbarkeit.

Walter Hammertinger: Räume, wo sich Kindern wohlfühlen haben eine bestimmte Atmosphäre und das passt dann für alle. Veränderbarkeit und Grün.

Ernst Kovacs: Grün und nicht ganz das Zentrum einer großen Stadt / Sicherheit und eine gewisse Infrastruktur.

Alexander Rössler: Der Wechsel zwischen der kleinsten Großstadt der Welt (Eisenstadt) und Wien – eine traumhafte Situation.