Immobilien-Zukunft: Trends im Einzelhandel

Stefan Goigitzer

Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
48
--
Zum Profil

Stefan Krejci

Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
47
--
Zum Profil

Mario Schwaiger

Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
50
--
Zum Profil
Die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen ist wieder da, allerdings zeigt sich eine großflächige Umstellung. Neue Konzepte und Ideen drängen auf die Handelsflächen. Viele der Suchenden sind keiner klassischen Handelskategorie wie in Shopping Centern oder Einkaufsstraßen üblich, zuzuordnen. Es zeigen sich überproportional viele neue Betriebstypen im Bereich Entertainment, Fitness und Freizeit sowie spezialisierte Dienstleister.
 
Negative Covid-Effekte, insbesondere aus dem Jahr 2020 hat man Großteils überwunden und das befeuert das Branchen- und Flächenwachstum. Grundsätzlich lässt sich aber bei den derzeit suchenden Händlern feststellen, als Trend auch schon vor Covid, dass die Flächen tendenziell kleiner werden.
 
Der Secondhand-Markt setzt zum Sprung an. Der Handel mit Waren aus zweiter Hand lässt sich auf x-beliebig großen Flächen unterbringen, es muss nur ein spannendes Konzept dahinterstehen. Der globale Secondhand-Modemarkt ist aktuell zwischen 30 und 40 Milliarden Dollar schwer und wird in den kommenden fünf Jahren um bis zu 20 Prozent wachsen. Das zeigt eine Analyse der französischen Modeplattform Vestiaire Collective. Andere Plattformen gehen von noch höheren Zahlen aus und rechnen damit, dass Secondhand die Fast Fashion irgendwann überholen wird. Hand in Hand geht damit auch die Nachhaltigkeit als ethischer Wert. Die Analyse von mehr als 3000 Interviews aus der DACH-Region von KMPG hat ergeben, dass 87 Prozent der Menschen in Deutschland bereit sind, beim Einkauf Zugeständnisse zu machen, wenn sie der Umwelt dienen.
 
Das Internet wird auch nicht mehr der alleinige Heilsbringer sein, denn soziale Berührungspunkte gibt es beim Einkauf immer weniger, und den Menschen missfällt das zusehends. Der stationäre Handel soll „sozialer“ werden. Immer mehr werden digitale und physische Einkaufserlebnisse miteinander verschmelzen und dadurch eine gegenseitige Befruchtung im Zuge einer „Phygitalen“ Shopping Experience akzentuieren. Wichtig ist nicht mehr die Flächenproduktivität, sondern das Erlebnis pro Quadratmeter. Man geht nicht nur einkaufen, um etwas zu erwerben, sondern auch, um etwas zu erleben, mit Menschen zu sprechen, Kontakt zu haben. Für den Markt für Einzelhandelsimmobilien bedeutet das eine tiefgreifende Änderung, aber letztlich mehr neue Chancen als Probleme.

Nur eingeloggte Nutzer können Einladungen versenden.

  • 05.04.2022
  • 297
  • 1