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Immobilien in Mitteldeutschland – Österreicher investieren sogar in D-Städte

Der deutsche Immobilienmarkt ist bei ausländischen Investoren sehr beliebt. Dabei wirken nicht nur die Top-7-Städte anziehend.



In der Rangliste der beliebtesten Länder, in denen ausländische Investoren bevorzugt ihr Geld in Immobilienportfolios anlegen, rangiert Deutschland laut einer Umfrage von BrickVest nach Großbritannien und den USA auf Rang drei. Eine starke wirtschaftliche Konjunktur, politische Stabilität, eine immer weiter steigende Anzahl der Haushalte bei stetig sinkenden Leerstandsquoten und die Bauversäumnisse in den 2000er-Jahren sind nur einige Aspekte, die den deutschen Immobilienmarkt für ausländische Investoren interessant machen. Dabei wird längst nicht mehr nur in die Top 7 investiert, sondern auch in B-, C- und sogar D-Städte.

Österreicher investieren in Leipzig und Erfurt

Unsere österreichischen Nachbarn sind dahingehend ein gutes Beispiel. So investiert die IMFARR Beteiligungs GmbH, ein Familienunternehmen aus Wien, das seit 2007 als Immobilien- und Projektentwickler in Deutschland und Österreich tätig ist, in ein gewaltiges Quartiersentwicklungsprojekt in der B-Stadt Leipzig. 2.100 Wohnungen, ein Schul- und Sportcampus mit einer vierzügigen Grundschule sowie einer fünfzügigen Oberschule, zwei Kitas, kulturell-soziale Einrichtungen, Gewerbeflächen und knapp sechs Hektar Parks und Grünflächen werden ein komplett neues Viertel bilden.

Auf die C-Stadt Erfurt hat die S IMMO AG ein Auge geworfen. Seit Anfang 2018 agiert die österreichische Aktiengesellschaft auf dem Erfurter Immobilienmarkt und fokussierte zunächst auf Wohnimmobilien in den Gründerzeitvierteln rund um die mittelalterlich geprägte Altstadt. Ende 2019 konnte das Unternehmen einen Bestand von über 30 Erfurter Immobilien vermelden. Nachdem der Einstieg in den Wohnmarkt erfolgreich verlaufen war, gelang auch der Erwerb von Erfurter Gewerbeimmobilien. So sicherte sich die S IMMO AG mit der ehemaligen Reichsbahndirektion direkt am Bahnhofsvorplatz sowie der königlich-preußischen Gewehrfabrik („Bürohaus am Dom“) in der Maximilian-Welsch-Straße zwei große Büroobjekte in zentralen Lagen für den eigenen Bestand.

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Was zieht finanzkräftige Österreicher nach Halle?

Halle an der Saale gehört zu Deutschlands D-Städten. Auch hier sind Investoren aus Österreich aktiv. Unter anderem die Hammerl Immobilien Management GmbH. Seit über 40 Jahren ist das Wiener Unternehmen auf dem österreichischen Markt tätig. Den Einstieg in den deutschen Markt wagten die Investoren vor 14 Jahren in Berlin. Irgendwann fiel einer vom Unternehmen verpflichteten Maklerin die Vorliebe des Geschäftsführers Robert Hammerl für historische Gebäude auf, und sie empfahl ihm ein Objekt in Halle. Einen Besuch in der Saalestadt später war es um Robert Hammerl geschehen, und das Unternehmen verkündete im Mai 2019, dass es in der sachsen-anhaltinischen Stadt investiert habe.

Die Hammerl Immobilien Management GmbH erhielt den Zuschlag für das ehemalige Frankonia-Areal, das von der Rathausstraße über die Kleine Steinstraße bis hin zur Brüderstraße reicht. Hier sollen um die 14 Millionen Euro investiert werden. Aktuell lässt Robert Hammerl an der Ecke Rathausstraße und Kleine Steinstraße das „Marktcarree“ bauen. Der fünfgeschoßige Neubau mit Tiefgarage schließt eine Baulücke im Herzen der Stadt und wird neben einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoß 28 Eigentumswohnungen aufweisen. Die Wohnungen in dem voraussichtlich im Sommer 2020 fertiggestellten „Marktcarree“ sind zwischen 29 und 164 Quadratmeter groß und kosten zwischen 110.000 und 650.000 Euro.

In der Rathausstraße 3 plant der Investor ein neues Hotel, das 59 Betten für Halle-Touristen bieten wird. Die Sanierung des Bestandsgebäudes soll zum Ende des ersten Halbjahrs 2020 fertig werden. In der ebenfalls sanierten Rathausstraße 4 zogen Anfang März die ersten Mieter in die zwölf entstandenen Mietwohnungen ein. In der Brüderstraße 9 und 10 sind Wohnungen vorgesehen, wobei die Planungen noch am Anfang stehen – bei der Befundaufnahme für den Holz- und Denkmalschutz.

Last but not least wollte der Österreicher der seit Langem leerstehenden Immobilie in der Großen Ulrichstraße 12 neues Leben einhauchen. Hier war früher der Secondhand-Laden Resales untergebracht. Angedacht waren Flächen für einen REWE-Markt und Wohnungen. Inzwischen denkt die Hammerl Immobilien Management GmbH bei diesem Projekt sogar noch größer. Denn das Unternehmen erhielt unlängst den Zuschlag für das direkt angrenzende Gebäude Ulrichstraße 11. Für die Kombination beider Gebäude bleibt es bei dem Mieter REWE im Untergeschoß. Darüber sollen neben Wohnungen nun auch Räumlichkeiten für betreutes Wohnen entstehen. Für die Umwandlung der Ulrichstraße 12 liegt bereits eine Baugenehmigung vor, für die Kombination steht sie noch aus.

Aber hier ist Robert Hammerl zuversichtlich, funktioniere die Zusammenarbeit mit der Stadt doch weitgehend reibungslos. Einige Prüfstatiker mehr in den Diensten der Stadt würde der Investor allerdings sehr begrüßen, wie er schmunzelnd erklärt. Und so ist der Grund, warum Robert Hammerl neben Berlin, Leipzig und Brandenburg an der Havel auch Halle als Investitionsumfeld auserkoren hat, sehr persönlich und mit der Stadt verbunden: „Es gibt keinen speziellen wirtschaftlichen Grund, warum ich in Halle investiere. Die Erträge sind für uns in Halle nicht besser oder schlechter als anderswo auch, etwa in den B-Städten. Ich investiere in Halle, weil ich die Stadt liebgewonnen habe, sie mir gefällt, sie eine schöne historische Altstadt hat und interessante Bauwerke besitzt.“

Weitere Artikel über Deutschland in der Zeitschrift Immobilien Aktuell, das Fachmagazin für die mitteldeutsche und die Berliner Immobilienwirtschaft http://www.immobilien-aktuell-magazin.de


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