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Durchsichtige Juwelen – die größten Häuser aus Glas weltweit

Außen und innen verschmelzen dank dieser Glaskonstruktionen geradezu, und sie sind für den Betrachter ebenso faszinierend wie für diejenigen, die darin arbeiten oder wohnen.



Da stehen sie also, die riesigen Kolosse – und sehen immer so aus, als wären sie gerade frisch geputzt worden. Fürs Prestige sind sie auch noch gut, die Wolkenkratzer mit ihren riesigen Fassaden aus Glas. Sie sind es, die den Metropolen dieser Welt ihre unvergleichliche Skyline geben. Sie lassen viel natürliches Licht ins Innere und bieten eine großartige Aussicht.

Glashäuser schmücken die Stadt und die Portfolios

Nicht nur die Bewohner und viele Besucher der Stadt erliegen der Faszination der schimmernden Türme. Bei den Investoren sind sie auch sehr beliebt. Wer schmückt sein Portfolio nicht gerne mit einem „Turm aus Glas“? Sei es der Burj Khalifa, „The Shard“ in London, der Shanghai Tower in China, das One World Trade Center in New York oder das Lakhta Center in St. Petersburg.

Vom Großen und vom Kleinen

Glasbau ist mittlerweile zum Mainstream bei Zweckbauten geworden. Auch im Hausbau ist er bereits angekommen. Vergleicht man Siedlungen von vor 20 Jahren mit Neubaugebieten von heute, fällt neben der moderneren Architektur der Häuser vor allem eines auf: der hohe Glasanteil der Fassaden. Früher war das Haus in erster Linie ein Rückzugsort, um vor Wind und Wetter zu schützen. Heute ist das eigene Heim zur privaten Wellnesszone gereift, in der man die Seele baumeln lassen kann. Man genießt einen schönen Ausblick, und dank der Transparenz wirkt auch der Wohnraum gleich größer.

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Außen wird zu innen

Nichts ist offensichtlich so faszinierend wie in einem Aquarium zu sitzen, aus dem man hinausschauen kann. Leider wird oft vergessen, dass man da auch hineinschauen kann – aber was lässt man sich nicht für das Prestige alles gefallen? Selbst dass einem die Leute beim Essen auf den Teller schauen. Das ist bei den Glasmonstern natürlich etwas anders. Da sind die Restaurants so weit oben angesiedelt, dass man nur mehr dem Tischnachbarn auf den Teller blicken kann. Wobei: Man sollte schwindelfrei sein, wenn man in diesen Höhe seine Mahlzeiten einnimmt. Denn Glasfassaden verleiten ja dazu, nach außen zu schauen oder eben nach unten. Das ist dann manchmal für das menschliche Auge und das menschliche Gehirn schon etwas schwer zu verdauen. Noch dazu, wenn man gerade beim Essen sitzt.

Ein Essen im Glaspalast

Aber was tut man nicht alles für das Vergnügen, einmal im höchsten Restaurant der Welt zu speisen? Das ist übrigens das At.mosphere im Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt. Das Restaurant befindet sich 122. Stock auf einer Höhe von 442 Metern. Es verfügt über einen verglasten Raum, der einen Panoramablick auf die Palmeninseln, die Nachbarstadt und das Meer erlaubt.

Die große Herausforderung

Verglast ist aber nicht nur das Lokal, sondern auch der gesamte 828 Meter hohe Turm. Glasfassaden an Wolkenkratzern mit einer Höhe von mehr als 600 Metern gelten für den Laien als vergleichsweise unkomplizierte Selbstverständlichkeit. Aber diese Verglasungen sind Hightech. Der Höhenunterschied zwischen Erdgeschoß und Gebäudespitze sowie die damit einhergehenden Temperaturunterschiede können aufgrund der Druckdifferenz zu unterschiedlichen Durchbiegungen der Isoliergläser führen. Beim Bau des Burj Khalifa kam sogar noch die Temperaturdifferenz zwischen Herstellung und Einbau der Isoliergläser hinzu. Diese wurden im Jänner bei 26 °C produziert und dann im August in Dubai eingebaut: bei einer Temperatur von 48 °C.

250 Kilometer pro Stunde

Aufgrund der Höhe von Megawolkenkratzern können sich auch enorme Windkräfte entwickeln. In der Nähe des Erdbodens wird der Wind in der Regel von Bäumen und anderen Gebäuden gebremst. Ab einer bestimmten Höhe verschwinden diese Hindernisse. Das Hochhaus muss dann der vollen, ungebremsten Energie des Windes standhalten. Beim Burj Khalifa wurde daher die Fassade so konstruiert, dass sie Windlasten mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern aushält.

Nebenan, also in Saudi-Arabien, wird gerade der über einen Kilometer hohe Jeddah Tower gebaut. Dessen Glaskonstruktion ist sogar darauf ausgerichtet, Schwankungen von bis zu 2,5 Metern standzuhalten, ohne dass es zu Glasbruch kommt. Eine technische Meisterleistung bei rund 400.000 Quadratmetern Fassadengläser.

Putzen für ein ganzes Jahr

„The Shard“ steht mitten in London, und der Name ist typisch britisch untertrieben. Für „Die Scherbe“ waren nämlich mehr als eine Glasscherbe notwendig. Das 310 Meter hohe, pyramidenförmig aufgebaute Bürohaus ist mit 11.000 Scheiben komplett verglast. 56.000 Quadratmeter Glasfläche müssen lediglich gereinigt, aber nicht regelmäßig gestrichen oder neu verputzt werden. Dazu ein kleines Rechenbeispiel: Würde man rund 30 Scheiben pro Tag putzen, so bräuchte eine einzelne Person ein ganzes Jahr, um den Turm zu säubern. Wobei es natürlich in den unteren Stockwerken weitaus einfacher ist als in schwindelerregender Höhe. Die Putzfrau eben mal zum Drüberwischen rausschicken, damit ist es nicht getan. Mit herkömmlichem Fensterputzen hat die Reinigung nicht mehr viel zu tun. Die Glasfassaden der gigantischen Türme werden von speziell für Höhenarbeit ausgebildeten Bergsteigern gereinigt.

Eine Essiggurke aus Glas

Um einiges kleiner, aber dafür von seiner Form her origineller ist das Londoner Büro- und Wohnhaus „30 St. Mary Ave.“. Aufgrund seiner Form wird es „The Gherkin“ genannt. Mit dem Ausdruck „Essiggurke“ ist der Glasturm ohnehin gut weggekommen. Zu Beginn der Bauarbeiten gab es noch ganz andere Bezeichnungen. Bereits seit 2004 ziert das 180 Meter hohe Bürohaus die Londoner Skyline mit seiner markanten Form. Vor 15 Jahren noch angefeindet, gehört die Glasgurke mittlerweile zu den architektonischen Highlights der englischen Hauptstadt.

Das Lakhta Center

Mit 462 Metern Höhe sticht das Laktha Center in St. Petersburg heraus wie aus einem Nadelkissen. Auffällig ist auch seine Form. Der Wolkenkratzer dreht sich von ganz unten bis zur Spitze um 90 Grad um die eigene Achse.

Das ambitionierte Hochhaus ist weit über die Grenzen der Stadt zu sehen und für einen Rekord gut. Der Glasturm in der nördlichsten Großstadt der Welt ist das höchste Gebäude Europas. Seit wenigen Monaten dient es dem russischen Energiekonzern Gazprom als neues Hauptquartier.

Nicht nur die Höhe zählt

Gigantische Häuser aus Glas müssen aber nicht unbedingt hoch sein. Die Apple-Zentrale im kalifornischen Cupertino ist faktisch ein Glashaus. Sie wurde mit den – bis dato – größten gläsernen Fassadenelementen der Welt verkleidet. Wirkt extrem beeindruckend, kommt aber schlecht an. Denn im Gegensatz zu einem Einfamilienhaus hat man bei Apple Zeit, die Fenster zu putzen beziehungsweise putzen zu lassen. Danach stellen die Glaselemente eine nicht sichtbare, aber leider unüberwindbare Hürde für manchen Mitarbeiter und Gäste dar.

Glas ist durchsichtig

Offiziell wurde das Gebäude im Frühjahr des heurigen Jahres eröffnet. Seit Februar 2018 ist „One Apple Park Way“ Apples neue offizielle Firmenanschrift. Als die ersten Mitarbeiter einzogen, zeigten sich unerwartete Probleme: Die Glas-Architektur sorgt offenbar dafür, dass regelmäßig Personen gegen die durchsichtigen Wände laufen. Wie der „San Francisco Chronicle“ aus Notruf-Mitschnitten zitierte, zogen sich einige sogar ernsthaftere Verletzungen zu. „Wir haben schnell erkannt, dass das ein Problem sein wird“, sagte Albert Salvador, der Gebäudebeauftragte von Apple, der Zeitung: „Wenn die Fenster gesäubert sind, kann man sie vielerorts gar nicht mehr sehen.“ „Das beste Bürogebäude der Welt“, wie es von offizieller Seite genannt wird, ist also zugleich das transparenteste. Womit niemand gerechnet hat: Glas hat auch seine Schattenseiten.

Ein Dach aus Glas in Wales …

Viel Durchsicht bei weniger Verletzungsgefahr gibt es beim National-Botanic-Haus von Wales. Der Grund: Es handelt sich um das größte Glasdach der Welt mit einer Länge von 110 Metern und einer Breite von 60 Metern. Von außen betrachtet sieht es aus wie ein in der Gegend gelandetes Ufo. Unter der spektakulären Kuppel bietet sich den Besucherinnen und Besuchern die größte Sammlung mediterraner Pflanzen auf der Nordhalbkugel. Der botanische Garten ist aber nicht nur eine faszinierende Attraktion für Gäste aus aller Welt, sondern auch ein Zentrum für botanische Forschung.

… und eines in Österreich

Das größte frei hängende Glasdach Europas befindet sich allerdings in Niederösterreich. Eine 33 mal 77 Meter große Stahl-Glas-Konstruktion überspannt die Römertherme Baden bei Wien. Dank dieser technischen Meisterleistung konnte der Charakter des historischen Freibads erhalten bleiben. Es befindet sich eben alles unter einem Dach.

Sind Glasfassaden zeitgemäß?

Glück hat, wer seine Schäfchen schon unter das Glas gebracht hat. Zumindest in New York. Bürgermeister Bill de Blasio will nämlich im Kampf gegen die Klimaerwärmung neue Glashochhäuser im Big Apple verbieten lassen. Nur aus Glas bestehende Wolkenkratzerfassaden seien „unglaublich ineffizient“, weil so viel Energie durch das Glas entweiche. Der Bürgermeister sieht diese Gebäude als die größten Verursacher von Treibhausgasemissionen der Metropole an. Nach seinen Vorstellungen kann ein Unternehmen einen großen Wolkenkratzer bauen und dabei viel Glas verwenden, doch müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, um die Emissionen zu senken. Oder eben Energie zu produzieren.

Energie aus den Glasfronten

Tatsächlich gibt es bereits Beispiele für klimafreundliche Gebäude und besondere Materialien, wie zum Beispiel spezielle Glassorten, die bei heißem Wetter undurchsichtiger werden können, um die Sonne zu blockieren oder sogar selbst Strom zu erzeugen.

Beispiele aus Europa

Zu nennen wäre etwa das Gebäude „The Edge“ in Amsterdam. Es verbraucht etwa 70 Prozent weniger Energie als die meisten Gebäude. Allerdings ist es nicht auf allen Seiten mit Glas verkleidet. In Österreich wurde der Science Tower in Graz auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern mit Energieglas ausgestattet. In Darmstadt produzieren die Fensterfronten des Pharmaherstellers Merck Strom, und auch die Glaslamellen des SwissTech-Convention-Centers in Lausanne in der Schweiz erzeugen selbst bei bedecktem Himmel elektrische Energie.

Glasfassaden faszinieren

Vielleicht sind Glasfassaden tatsächlich nur ein Ausdruck des Zeitgeists, wie einige Architekten meinem. Wer weiß? So schnell, wie sie in der städtischen Architektur aufgetaucht sind, werden sie vielleicht auch wieder verschwinden. Bis dahin ändert das aber nichts an der Faszination der großen Glaskolosse, und so werden weiterhin die Glasfassaden der Hochhäuser die Großstädte dieser Welt zieren – und die Portfolios der Investoren.


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Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit über 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.