--}}
 

Sind wir schon bereit?

Eine Deloitte-Studie zu flexibleren Arbeitszeiten in Österreich zeigt auf, dass mobiles Arbeiten auf dem Vormarsch ist, aber immer noch 84 % der Österreicher und Österreicherinnen im Büro arbeiten. Der Grund: Es fehlt in den meisten Fällen noch an klaren Spielregeln, Vertrauen und Ergebnisorientierung.

Arbeiten wann man will und arbeiten wo man will– dies wäre für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Idealvorstellung, und Vorteile und Nutzen mobiler Tätigkeiten sind mittlerweile bekannt und mehrfach belegt: Erstens erhöht die freie Wahl des passenden Arbeitsortes für die jeweilige Tätigkeit die Produktivität von Mitarbeitern. Zweitens können Unternehmen auf regional größere Arbeitsmärkte zurückgreifen, da Wegzeiten nicht mehr zwingend täglich anfallen. Und drittens erlaubt Telearbeit Teilzeitkräften in vielen Fällen, mehr Stunden zu arbeiten, wodurch vorhandene Potenziale von Mitarbeitern besser genützt werden können.

Wunsch und Realität

Allein– das findet in Österreich noch nicht statt, wie eine Deloitte-Umfrage jetzt belegt. 84% der Arbeit werden immer noch im Büro erledigt. Allerdings wäre in 88% der Unternehmen mobiles Arbeiten möglich: 44% haben dazu einheitliche Regelungen, 44 % lassen dabei den Führungskräften freie Hand in der Umsetzung. Das heißt, die Angebote seitens der Unternehmen, was zeitlich und örtlich flexibles Arbeiten angeht, sind bereits vielfältig und weit verbreitet. Genutzt werden diese aber nur dann, wenn Unternehmenskultur und Führungskräfte dies erlauben und unterstützen. „Obwohl mobiles Arbeiten in den Unternehmen sehr weit verbreitet ist, gibt es selten gemeinsame Spielregeln, klare Erwartungen oder Unterstützung für die Führungskräfte“, erläutert Barbara Kellner, Expertin bei Deloitte Consulting: „Dies führt häufig zu heterogenem Umgang, gefühlter Ungerechtigkeit, Spannungen unter Mitarbeitern wie Führungskräften sowie negativen Erfahrungen mit Home Office.“

Sind die Unternehmen so weit?

Die größten Herausforderungen– so sahen das die Mitarbeiter– liegen aber nicht in der Organisation neuer Arbeitsmodelle, sondern gehen viel tiefer. Es geht dabei um die Unternehmenskultur an sich. 70% der Befragten sind der Meinung, dass eine Veränderung der Unternehmenskultur (mit Ergebnis- statt Zeitorientierung und Vertrauen statt Kontrolle) die wesentliche Grundlage für flexibles Arbeiten darstellt. Nur etwa die Hälfte der Befragten schreibt dem Unternehmen eine derartige Kultur zu, die andere Hälfte sieht noch immer Kontrolle und Anwesenheitsorientierung als wesentliche Charakteristika der eigenen Organisation.

Für eine Veränderung bedarf es bei der Umsetzung allerdings auch der Unterstützung durch Führungskräfte und Top-Management, um flexiblere Angebote, Modelle und Spielregeln zu erarbeiten. Daran scheitert es in den meisten Fällen.

Neues Denken ist gefragt

Letztendlich geht es um neue Denkmodelle. Dazu Deloitte-Expertin Kellner: „Mobiles Arbeiten macht der einfachen Formel Anwesenheit= Leistung endgültig einen Strich durch die Rechnung.“ Die Umsetzung neue Denkmodelle und -strukturen ist aber relativ zeitintensiv. Daher antworten auf die Frage „Sind für das laufende Jahr in ihrem Unternehmen Projekte zu flexiblem Arbeiten geplant?“ 54% mit „nein“. Aber immerhin ein Drittel der Unternehmen will neue Ideen rund um Arbeitszeit und Home Office austesten.

Fazit der Studie

Nur in einer von Ergebnisorientierung und Vertrauen geprägten Unternehmenskultur kann flexibles Arbeiten die Vorteile entfalten, die es verspricht. Hierfür braucht es ein Top-Management, das den Führungskräften vertraut und von Kontrollmöglichkeiten Abstand nimmt, und es braucht Führungskräfte, die sich für das „People Management“ Zeit nehmen und dies nicht an Systeme delegieren. Diese Veränderungen bedeuten einen Lernprozess für die gesamte Organisation– der Erfolg steht und fällt jedoch mit den Führungskräften.

Wer aber im Konkurrenzkampf um die „besten Köpfe“ die Nase vorne haben will, der muss sich mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen.

04.04.2025

Die Kraft der Räume – April

Farbe des Monats: Gelb / Blau – Zahl des Monats April: 498 671 894 971 847 – Motto des Monats: Ich verabschiede mich von Enttäuschungen – Thema des Monats: Zahlen zur Raumoptimierung

03.04.2025

Büromarkt Wien: Gute Nachfrage – wenig Flächen

Der Wiener Büromarkt weist einen extrem geringen Leerstand auf – bessern wird sich das in diesem Jahr nicht.

02.04.2025

Radlobby Österreich: Stadtentwicklung durch Fahrradfreundlichkeit

Die Radlobby Österreich verfolgt ein ganzheitliches Konzept der urbanen Mobilität, das über einzelne Verkehrsmittel hinausgeht. Im Mittelpunkt steht die Idee der Multimodalität: Menschen bewegen sich nicht ausschließlich mit einem Verkehrsmittel, sondern kombinieren verschiedene Transportoptionen flexibel.

Geschrieben von:

Robert Schweiger

Interview-Partner:
Dieser Inhalt:
  • Erschienen am:
    03.08.2015
  • um:
    16:46
  • Lesezeit:
    3 min
  • Bewertungen und Kommentare:
    0
  • Jetzt bewerten

Werbung

Kategorie: Inland

Artikel:855

Die vielfältigen Inhalte unser Artikel und Videos befassen sich mit der Immobilienmarktentwicklung in Österreich und geben gemeinsam mit den relevanten Branchennews einen aktuellen Überblick. Allerdings werfen wir auch einen Blick in die Zukunft der einzelnen Assets. 
Mit diesem Blick in die Zukunft garantieren wir allen Lesern und Leserinnen, bei den entscheidenden Entwicklungen vorne dabei zu sein. Wir denken oft schon über Themen nach, die andere noch gar nicht als solche erkannt haben und greifen Entwicklungen auf, bevor sie sich am Markt etabliert haben.

Newsletter Abonnieren

Abonieren Sie unseren täglichen Newsletter und verpassen Sie keine unserer redaktionellen Inhalte, Pressemeldungen, Livestreams und Videos mehr.

Bitte geben Sie Ihren Vor- und Nachnamen ein, es sind exakt 2 Worte beginnend mit Großbuchstaben erlaubt.

Vielen Dank! Ihre Daten wurden gespeichert. Damit Ihre Anmeldung gültig wird klicken Sie bitte den Link in dem Bestätigungsmail das wir Ihnen gesendet haben.

Werbung

Das Immobilien-Redaktion Unternehmen der Woche 13/2025

Wir Gratulieren IMMOcontract zu erreichten 150 Punkten!

Platz 2

Immobilienrendite AG

Hollandstraße 14, 1020 Wien

Die Immobilienrendite AG sucht unterbewertete Immobilien, um mit kreativen Lösungen neuen Nutzen für Mieter, Investoren, Banken und Käufer zu schaffen.

Unternehmen

Produkt/Leistung

Profil News

Platz 3

ARE Austrian Real Estate GmbH

Trabrennstraße 2B, 1020 Wien

Mit einem Portfolio von 582 Bestandsliegenschaften und rund 35 Projekten in Entwicklung zählt die ARE Austrian Real Estate zu den größten österreichischen Immobilienunternehmen. Eine ihrer Kernkompetenzen ist die Entwicklung zukunftsweisender Stadtteile und Quartiere mit durchdachter Infrastruktur. Bei der Bewirtschaftung ihres breitgefächertes Portfolio an erstklassigen Büro-Objekten setzt die ARE auf kontinuierliche Bestandsoptimierung und individuelle Nutzungskonzepte mit bestmöglichem Service für ihre Kund*innen. Höchste Nachhaltigkeitsstandards und das Bekenntnis zum Klimaschutz stehen dabei stets im Zentrum des Wirtschaftens.

Unternehmen

Produkt/Leistung

Profil News