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Die digitalen Suchmakler kommen

Suchende können sich schon anmelden, und spätestens mit der Einführung des Bestellerprinzips geht es los.



Beim Immobilienvertrieb tut sich was, und das Abgrasen von Inseraten könnte sich bald erledigt haben. Mit der Diskretion eines Maklers und der Breite des Angebots einer Plattform präsentiert sich Findheim. „Sofern die Übereinstimmung von Suchwunsch und Wohnungsprofil gegeben ist, kommen unsere Nutzer schnell und unkompliziert auf die Vormerkliste der Verkäufer“, sagt Geschäftsführer Jürgen Leger. Im Fall des Falles werden bei Findheim Daten teilanonymisiert weitergegeben. Was Suchenden dafür in Aussicht gestellt wird, sind Angebote mit Neuigkeitswert.

Objekte, die auf Plattformen nicht gehandelt werden können

Der Anbieterseite könnte ein „Secret Deal“ dafür die mühevolle Käufer- oder Mietersuche ersparen. „Oftmals gibt es Objekte im Portfolio, die aus verschiedenen Gründen nicht auf Plattformen gehandelt werden können“, hat Geschäftsführer Jürgen Leger nach zahlreichen Gesprächen mit Bauträgern und Maklern festgestellt. Das auf jene Art vorqualifizierte Interesse sollte der Verkäuferseite etwas wert sein, denn darauf basiert das Geschäftsmodell. Wohnbauträger dürften bislang am meisten an dem Konzept Gefallen gefunden haben. Die 8.000 angebotenen Wohnungen entstammen vornehmlich dem Neubausegment. Das Angebot ist derzeit noch auf Wien beschränkt, aber eingegangene Suchwünsche von 25.000 Personen regen zur Ausdehnung der Geschäftstätigkeit auch in die Bundesländern an. Durch die in Aussicht stehende Einführung des sogenannten Bestellerprinzips bei der Vermittlung von Mietwohnungen rechnet man bei Findheim außerdem mit neuen Geschäftsfällen.

Wohnung ohne Nebenkosten

Mit Mietwohnungen gestartet haben die Vorarlberger Gründer von Livint. Über ein Matching soll hier die Mieterseite entlastet und direkt mit Vermietern in Kontakt gebracht werden. Verlässliche Vermietungen ohne Gebühren, Provisionen und Kautionen sind das Ziel. Warum man hier ansetzt, sagt einer der zwei Gründer, Benni Amann, zum Podcast „Make the Change“: „Die Liquidität wird mit jedem Umzug zerstört.“ Einmal ein Eigenheim zu haben würde für seine Generation damit in die Ferne rücken. „Über digitale Wege können wir den Prozess vereinfachen und eine faire Lösung bieten“, sagt der zweite Gründer, Max Freitag. Als passend ermittelte Angebote werden per Messenger-Dienst aufs Handy weitergeleitet. Ein anderer heimischer Gründer hat das Wohnungsvermittlungs-Start-up kiko.homes in London gegründet. Mit der Digitalisierung von Vermietungen will man den Einzelvermieter über Sicherstellung der Mieterbonität abholen. Mietern verspricht man einfache Anmietungen ohne Kaution, und von Maklern ist die Rede nicht.

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Leicht vermieten, rasch verkaufen

Ein Gründer der in Österreich mit Prop.ID Ähnliches vorhat, ist Alexander Schuch: „Wir bringen über Mietgesuche Zugang zu einem versteckten Mietmarkt.“ Privaten Vermietern wird eine Software-Suite angeboten, die alle wesentlichen Dienste im Lebenszyklus abdecken soll. Mit der All-in-one-Lösung soll nicht nur der Vermietungsprozess abwickelbar sein, sondern auch das Verwalten. Das digitale Toolset soll Privaten das Vermieten von Anlegerwohnungen oder auch Zinshäusern erleichtern. Verdient wird, ähnlich wie bei den bisher Genannten, an Kontakten und über die Sicherstellung der Bonität.

Der Marktplatz

Das Einstellen von Angeboten oder Anfragen ist hingegen kostenlos. Den Makler will Schuch nicht ausschließen: „Er hat seine Berechtigung und kann über uns seinen Service anbieten.“ Dass die Makler auf Derartiges in Zukunft angewiesen sind, darauf will man sich bei der Maklervereinigung ÖVI lieber nicht verlassen. Sie hat vorausschauend unter dem prägnanten Namen Marktplatz (die Immobilien-Redaktion berichtete) einen solchen initiiert. Dieser kommt ohne öffentliches Inserieren aus und funktioniert übers frühzeitige Vernetzen von Angebot und Nachfrage zwischen den Maklern. Die Vermittlung wird jedenfalls direkter und leistungsorientierter. Wer Umwege vermeiden will, wird das über neue Geschäftsmodelle abgelten.


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Peter Matzanetz ist Raumplaner, Journalist und Entrepreneur. Seit fünfzehn Jahren arbeitet er für Branchenmedien in den Bereichen Bau, Architektur, Immobilien und Raum. Mit der Agentur branchenfrei at und dem zugehörigen Blogformat setzt er sich schon länger mit Themen zur Transformation der Stadt und Nachnutzung von Gebäuden auseinander. Vor fünf Jahren hat er gemeinsam mit dem Institut für Stadt- und Regionalforschung an der TU Wien begonnen, eine Ortesuchmaschine mit Lagescoring zu entwickeln. Mit Beginn 2020 wurde das Start-Up Place Qu ausgegründet, welches die Technologie als Schnittstellenlösung zur Integration anbietet.