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Wiener Innenstadt: Begegnungszone statt autofreiem 1. Bezirk muss Zug um Zug mit Tourismuszone und Sonntagsöffnung kommen

Transparenz, faktenbasierte Entscheidung & Einbezug betroffener Gewerbetreibender entscheidend. Planungssicherheit, Unterstützung in Übergangsphase & Parkraum erforderlich.



Die bevorstehenden Wiener Landtags- und Gemeinderatswahlen im Oktober 2020 scheinen die aus der Corona-Krise entstandenen finanziellen Herausforderungen für die Wirtschaftstreibenden in der Bundeshauptstadt in den Hintergrund geraten zu lassen.

Just haben die vom Tourismus abhängigen Händler und Gastronomen im ersten Wiener Gemeindebezirk, die zurzeit am stärksten von ausbleibenden Gästen und Kunden betroffen sind, erst über die Medien von einem bevorstehenden, gravierenden politischen Eingriff erfahren: Die Wiener Innenstadt soll autofrei werden.

Handelsverband empfiehlt Begegnungszone statt autofreiem Bezirk

Eine autofreie Zone darf in den wirtschaftlichen Folgen nicht mit einer Begegnungszone verwechselt werden. Die Auswirkungen auf die Kundenfrequenz sind bei einer autofreien Zone weitaus größer. Selbst die Begegnungszone auf der Mariahilfer Straße hat die Konsumenten lange Zeit vertrieben, bis sich die Umsätze wieder dem alten Niveau angenähert haben.

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Der Handelsverband empfiehlt deshalb dringend eine faktenbasierte Entscheidung, die 4 Schritte voraussetzt:

  1. Einbezug der Betroffenen sicherstellen!
    Es braucht Transparenz gegenüber den betroffenen privaten wie gewerblichen Anrainern, Gastronomen und Händlern, damit diese auch Vorschläge einbringen können, statt überfallsartige Überraschungen, die über die Medien kommuniziert werden.
  2. Ausreichend Parkraum schaffen!
    An den Bezirksgrenzen sind entsprechende Kapazitäten für Parkmöglichkeiten zu schaffen, damit der erste Bezirk nicht zu einem leblosen „Freiluftmuseum“ verkommt.
  3. Wirkungsfolgenabschätzung durchführen!
    Alle Auswirkungen einer autoreduzierten City sind vor der politischen Entscheidung einzuberechnen. Wie wird sich die Kundenfrequenz entwickeln? Welche Auswirkungen sind auf das Verkehrsaufkommen in den angrenzenden Bezirken zu erwarten? Welche Unterstützungen erhalten betroffene Betriebe in der Übergangsphase, die sich ohnehin gerade coronabedingt in der größten Krise befinden? Auf all diese Fragen braucht es faktenbasierte Antworten.
  4. Planungssicherheit gewährleisten!
    Die Gewerbetreibenden haben jahrelange Mietverträge geschlossen und müssen hohe Mietzahlungen leisten. Daher muss man ihnen ausreichend Vorlaufzeit geben, um sich auf die neue Situation einstellen zu können.

Fazit: „Entscheidungen, die das Herz der Wiener Innenstadt nachhaltig verändern, müssen faktenbasiert getroffen werden, auch und gerade wenn ein Wahlkampf ansteht. Bei derart weitreichenden Projekten dauert es oft mehrere Jahre, bis sich die Umsätze der Wirtschaftstreibenden wieder erholen und die Kundenfrequenzen wieder steigen„, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Autoreduzierte City muss Zug um Zug mit Tourismuszone einhergehen

Ein autoreduzierter erster Bezirk kann aus Sicht des Wiener Handels nur mit der längst überfälligen Tourismuszone einhergehen, damit die vorhersehbaren Umsatzverluste bei den Autofahrern durch entsprechende Mehreinnahmen bei den Touristen ausgeglichen werden können. „Durch eine Sonntagsöffnung kann die Stadt Wien und ihre Bürger von der Kaufkraft der vorwiegend ausländischen Touristen und Geschäftsreisenden im Vollumfang profitieren und die erwartbaren Mehreinnahmen von 150 Millionen Euro in Arbeitsplätze und Steuereinnahmen umwandeln. Dafür ist jetzt der goldrichtige Zeitpunkt“, so Rainer Will abschließend.


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