Wien braucht Wohnungen und keine Schutthaufen

Aufgrund der Ankündigung, den Abriss aller alten Gebäude in Wien durch die Stadt genehmigungspflichtig zu machen, liegen aktuell rd. 80 Wiener Häuser zumindest zum Teil in Schutt.

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Nach dem politischen Willkürakt des Abrissstopps wurden viele dieser Ruinen im Nachhinein als erhaltungswürdig eingestuft. Lösungen für die weitere Vorgehensweise gibt es hingegen nicht, was befürchten lässt, dass das Wiener Stadtbild viele Jahre durch Schutthaufen geprägt sein wird. Michael Pisecky, Wiener Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder:

Zur Person

Michael Pisecky

Michael Pisecky ist Geschäftsführer der sREAL Immobilienvermittlung GmbH und Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKO in Wien.

„Wien braucht Wohnungen und keine Schutthaufen. Wir fordern daher, dass alle Gebäude, deren Abriss gesetzlich korrekt vor dem Stichtag am 1. Juli begonnen wurde, weiter abgetragen werden dürfen, sodass rasch Platz für neue Wohnungen geschaffen wird. Es hat keinen Sinn, langjährige Gerichtsverfahren und Schutthaufen im Wiener Stadtbild in Kauf zu nehmen, während Wohnraum immer knapper wird.“

Gleichzeitig müsse die Stadt Lösungen anbieten, wie man künftig mit erhaltungswürdigen Altbauten umgeht, deren Sanierung unwirtschaftlich ist, so Pisecky weiter, ein Abrissverbot alleine sei eindeutig zu wenig!

Das Wiener Stadtbild wird durch schön sanierte Gründerzeithäuser geprägt. Aufgrund des geltenden Mietrechtes wird es aber speziell in Gründerzeitvierteln immer schwieriger, diese Gebäude zu erhalten – für eine grundlegende Sanierung fehlen fast immer die Mittel. Das liegt daran, dass Vermieter aufgrund der bestehenden Preisregulierung selbst nach einer teuren Generalsanierung keine höheren Mieten erwarten können. Das Gesetz gibt aktuell eine einzige Lösung vor: Abriss und Neubau. Pisecky: „Unser Ziel muss es daher sein, dass im Mietrecht generalsanierte Gründerzeithäuser einem Neubau gleichgestellt werden. So wird ein Anreiz geschaffen in alte, erhaltungswürdige Gebäude weiter zu investieren.“

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