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© bea.revay via Twenty20

EHL Update – überraschend lebhafte Nachfrage nach Einzelhandelsflächen

▪ Neue Impulse durch Verschmelzung von Online- und Offlinehandel ▪ Selbstbedienungskonzepte und Pop-up-Stores benötigen immer mehr Flächen ▪ Mieten weitgehend stabil, Leerstände nicht stark gestiegen

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Der österreichische Markt für Einzelhandelsflächen hat sich im ersten Quartal 2021 überraschend positiv entwickelt. Trotz der praktisch permanenten Lockdowns und Teillockdowns, die aktuell die Geschäftstätigkeit von Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistern ver- oder zumindest behindern, ist die Nachfrage nach gewerblich nutzbaren Flächen im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2020 deutlich gestiegen. Wie das „Update Einzelhandelsimmobilien Q1 2021“ der EHL Gruppe, Österreichs führendem Immobiliendienstleister, zeigt, nützen vor allem Newcomer die aktuelle Umbruchsituation im Einzelhandel, um sich geeignete Standorte für neue Geschäftsmodelle und Handelskonzepte zu sichern.

„Corona hat den strukturellen Wandel im Handel enorm beschleunigt“, erklärt EHL- Einzelhandelsspezialist Mario Schwaiger. „Daher registrieren wir jetzt geradezu im Zeitraffer Entwicklungen, die ohne die Pandemie wohl jahrelang gedauert hätten. Wichtige, traditionelle Handelssparten nehmen empfindliche Flächenreduktionen vor, doch gleichzeitig nutzen innovative internationale und österreichische Unternehmen die sich so ergebenden Lücken und suchen geeignete Standorte, um neue Einzelhandels- und Dienstleistungskonzepte zu realisieren.“

Besonders starke Impulse kommen laut Schwaiger aus der Verschmelzung des boomenden Online- mit dem standortgebundenen Offlinehandel: Insbesondere im Lebensmittelsektor drängen reine Online-Supermärkte auf den Markt. Diese benötigen zwar natürlich keine Filialen, aber erhebliche Mengen von Lager- und Logistikflächen in unmittelbarer Nähe ihrer potenziellen Kunden. Auch der Trend zu Selbstbedienungskonzepten, insbesondere 24/7 geöffnete Automatensupermärkte mit Fokus Lebensmittel hat sich enorm beschleunigt. „Dafür suchen wir in Wien derzeit in praktisch allen Bezirken Flächen“, so Schwaiger „Die neuen Handelsbranchen haben das Exotenstadium hinter sich und sind für eine quantitativ relevante Flächennachfrage verantwortlich.“

Gleiches gilt auch für Pop-up-Stores aus den verschiedensten Branchen, die in großen Einkaufsstraßen und Einkaufszentren, aber auch in Nebenlagen und Fachmarktzentren auf dem Land temporär Flächen anmieten. „Geschäftslokale, die nur einige Monate oder gar Wochen an einem Standort zu finden sind, gehören immer mehr zum normalen Bild. Sie tragen dazu bei, Einkaufszonen spannend und lebendig zu halten und davon profitieren letztlich auch die langfristig angesiedelten Einzelhändler“, so Schwaiger.

Verstärkte Flächennachfrage kommt aber auch aus „klassischen“ Einzelhandelsbranchen, die von der Krise unberührt sind oder sogar Zuwachsraten verzeichnen. Das sind insbesondere der Sportartikel- und der Möbelhandel, aber auch das Segment Lebensmittel ist weiter expansiv. Dort werden unter anderem für hochwertige Bio-Supermärkte verstärkt Flächen gesucht. Aus der Gastronomie kommen ebenfalls vermehrt Suchanfragen, insbesondere sind Standorte mit Terrassen und Schanigärten gefragt.

Diese wachsenden Marktsegmente können Reduktionen in wichtigen anderen Handelsbranchen wie z. B. Mode, Schuhe oder Elektro / Elektronik zwar nicht ganz ausgleichen, haben aber doch dazu geführt, dass die Leerstände nach einem Jahr Pandemie nicht dramatisch gestiegen sind. Die Mieten für Einzelhandelsflächen sind weitgehend stabil, wenn auch Vergünstigungen wie mietfreie Zeiten, Zuschüsse für Umbaumaßnahmen etc. für Neumieter oder bei Vertragsverlängerungen deutlich zugenommen haben. Selbst in den teuersten Lagen wie im „Goldenen U“ (Kärntner Straße / Graben / Kohlmarkt), die am meisten unter dem Wegfall des Städtetourismus leiden, hat sich die Stimmung wieder gebessert. Zuletzt wurden in absoluter Bestlage Flächen im Bereich von 400-600 Euro/m2 angeboten.

Schwaigers Fazit: „Der Markt für Gewerbeflächen hat den Coronaschock überwunden und es werden wieder mehr die zukünftigen Chancen als die aktuellen Probleme gesehen. Wir erleben jetzt weniger eine Krise als eine Phase des Wandels, die die Einzelhandelslandschaft langfristig prägen wird.“

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