Internationale Investoren setzen auf Österreich und CEE

Ausländische Investoren dominieren den österreichischen Markt im Jahr 2019. Sie wollen ihre Portfolios in Österreich diversifizieren.

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Ausländische Investoren dominieren den österreichischen Markt im Jahr 2019. „Der österreichische Immobilienmarkt gilt als sehr sicher, die Spitzenrendite für Büroimmobilien, die beliebteste Assetklasse im ersten Halbjahr, liegt bei 3,65% und hat damit noch einmal leicht nachgegeben“, so Dr. Andreas Ridder, Managing Director CBRE Österreich & CEE. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2019 rund EUR 1,8 Milliarden in österreichische Gewerbeimmobilien investiert. Rund 71% der Investments in Österreich wurden von internationalen Investoren getätigt.

„Büroimmobilien waren zwar die beliebteste Assetklasse, wir stellen aber fest, dass die Investoren auf der Suche nach Alternativen und weniger risikofreudig sind. Durch die Diversifikation des Portfolios soll dieses stabilisiert und von politischen wie makroökonomischen Einflüssen unabhängiger werden“. In den letzten Jahren ist das Interesse an Wohnimmobilien vor allem bei internationalen Investoren gestiegen, einerseits aufgrund des Trends zur Diversifikation des Portfolios, andererseits aufgrund des hohen Preisniveaus in den klassischen Assetklassen.

Wohnimmobilien

Bei Wohnimmobilien – 2018 die beliebteste Assetklasse und im ersten Halbjahr 2019 mit rund EUR 390 Millionen die drittstärkste Assetklasse – ist neben dem Interesse der Investoren an Wien festzustellen, dass auch das Wiener Umland sowie Graz durch die rege Neubautätigkeit an Attraktivität gewinnen. Sowohl Entwickler als auch Investoren blicken über die Wiener Stadtgrenze hinaus. Zwar werden 2019 noch rund 12.000 Wohneinheiten in Wien fertiggestellt, der Höhepunkt sollte im Jahr 2020 mit ca. 18.000 Wohneinheiten erreicht werden.

Durch die hohen Grundstückspreise, die Bauordnungsnovelle und einige andere Faktoren zieht es aber mehr und mehr auch namhafte und große Developer ins Wiener Umland – sowohl in den Norden als auch in den Süden – und mit ihnen die Investoren. „Dem europaweiten Trend folgend, rücken zunehmend Sekundärstädte wie z.B. Graz in den Fokus von Investoren“, so Ridder.

Industrie- & Logistikimmobilien

„Einem Rekord steuern wir bei Investments in Industrie- & Logistikimmobilien entgegen, wo bis zum Jahresende erstmals rund EUR 300 Millionen investiert werden sollten“, so Ridder. Der Markt profitiert vor allem vom wachsenden Onlinehandel. Europaweit sind Industrie- und Logistikimmobilien bereits die zweitgefragteste Assetklasse, in Österreich geben die Renditen in diesem Segment zwar auch nach, sind aber immer noch deutlich attraktiver als in Deutschland oder in den Niederlanden, sodass auch hier die internationalen Investoren dominieren.

Hotel & Hospitality

Österreich ist und bleibt ein Tourismusland, was sich in den steigenden Nächtigungs- sowie Auslastungszahlen der Hotels widerspiegelt. Von 2010 bis 2018 verzeichnete der Hotelmarkt in Wien eine durchschnittliche Wachstumsrate von rund 4,4% pro Jahr. Als Reaktion darauf sollen bis 2022 rund 5.000 neue Hotelzimmer in Wien entstehen. Die gestiegene Auslastung sowie der Umsatz pro Zimmer unterstreichen das Rekordhoch am Hotelmarkt, das sich auch im Investmentbereich feststellen lässt: Hotels waren im ersten Halbjahr 2019 die zweitstärkste Assetklasse in Österreich.

Die größte Transaktion war jene des Hotel Hilton am Stadtpark, das um über EUR 300 Millionen von einem südkoreanischen Konsortium erworben wurde. „Die meisten neuen Hotelprojekte entstehen am Hauptbahnhof in Wien. Für den Standort ist dies gut und spannend, da so nicht nur ein Bürostandort, sondern ein neues Stadtviertel entstehen kann“, so Ridder, der auf die Neueröffnungen des Hotels „Andaz am Belvedere“ sowie das in Kürze fertigzustellende „Mooons“ verweist.

CEE äußerst gefragt

„Das Immobilieninvestmentvolumen in den CEE Länder liegt weit über jenem von vor der Finanzkrise im Jahr 2008. Die Rekordinvestmentsumme von rund EUR 13,3 Milliarden im Jahr 2018 in Immobilien in Zentral- und Osteuropa sollte 2019 noch einmal übertroffen werden“, so Ridder.

Der detaillierte Blick auf die CEE Märkte zeigt, dass vor allem Tschechien und Polen im Mittelpunkt des Interesses der Investoren stehen: rund 81% aller CEE-Investments im ersten Halbjahr 2019 fanden in diesen beiden Ländern statt. Die am stärksten nachgefragte Assetklasse waren Büros, in die im ersten Halbjahr rund EUR 3,0 Milliarden flossen, gefolgt von Retail mit EUR 830 Millionen und Industrial mit EUR 730 Millionen. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2019 rund EUR 5,4 Milliarden in Immobilien in der CEE Region investiert.

„Der Trend setzt sich fort. Die CEE Märkte gelten als attraktiv, da die Wirtschaftslage gut ist und die Renditen deutlich über jenen der meisten westeuropäischen Länder liegen. Wer in Tschechien oder Polen investiert, wo die Renditen für Büroimmobilien bei rund 4,4 bzw. 4,5% stehen, gilt beinahe schon als konservativ“, so Ridder, der Rumänien, Bulgarien und Kroatien als spannende Märkte mit Renditen zwischen 7,0 und 8,0% und einigen interessanten Projekten in der Pipeline bezeichnet.

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