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Schlösser vermitteln wieder traditionelle Werte

Schlösser waren vor mehr als einem Jahrzehnt sehr begehrt. Doch dann flaute das Interesse ab. In der letzten Zeit steigt die Nachfrage wieder an. Das hat mehrere Gründe und hängt nicht nur mit der Schönheit dieser Unikate zusammen.



Die Nachfrage nach Schlössern flammt wieder auf! Ein kurzlebiger Boom scheint es allerdings nicht zu sein. „Vielmehr hat es wieder mit Tradition zu tun“, bemerkt Fridolin Angerer, bei Spiegelfeld Immobilien für Forst, Land und Schlösser zuständig: „Je schnelllebiger die Zeit, je austauschbarer die Immobilien sind und je schneller sie hochgezogen werden, desto eher ist ein Schloss mit jahrhundertelanger Geschichte ein Statement.“

Gutbürgerlich und aristokratisch

Evelyn Hendrich, geschäftsführende Gesellschafterin von Hendrich Real Estate, meint, dass die Nachfrage auch eine gesellschaftliche Entwicklung widerspiegelt: „ein Bewusstsein der Werte des täglichen Lebens“. Käuferinnen und Käufer sind konservativ und an bodenständigen Werten orientiert, „gutbürgerlich oder aristokratisch“. Betrachtet man die Herkunftsländer, so „haben wir generell – sehr grob gesprochen – ein Verhältnis von zwei Dritteln inländischer Kunden zu einem Drittel ausländischer Kunden“, erklärt Evelyn Hendrich.

Erhaltungskosten sind enorm

Mit einem reinen Immobilieninvestment, das Renditen abwirft, sind diese Objekte ohnehin nicht zu vergleichen. Zu aufwändig der Erhalt, zu teuer oftmals die Renovierung, als dass sich damit Renditen erzielen ließen. Wer sich auf so ein Projekt einlässt, der weiß, dass es enorme Kosten verursacht. Viel eher besitzt man andere Immobilien, die Renditen abwerfen, damit man sich ein Schloss leisten kann.

Alleine die Erhaltungskosten – von normalen Betriebskosten kann man hier nicht sprechen – summieren sich. Da ist von einer Renovierung noch gar keine Rede, wobei diese an Auflagen gebunden ist. Marlies Muhr, Geschäftsführerin von Marlies Muhr Real Estate: „Diese Liegenschaften stehen zumeist unter Denkmalschutz, und daher ist eine Umgestaltung nach eigenen Wünschen oder Vorstellungen nicht gerade einfach.“ In vielen Fällen werden auch die umliegenden Ländereien verpachtet oder auch zum Teil verkauft, um die laufenden Kosten zu begleichen – oder das Schloss als Firmensitz oder als Hotel genutzt. Der Firmensitz von Marlies Muhr Real Estate befindet sich in einem schlossähnlichen Projekt. Auch für den Tourismus können diese einmaligen Kunstwerke wie das Hotel Schloss Mühldorf nur gut sein. Selbst wenn derzeit nur ein laues touristisches Lüftchen weht, die Rückbesinnung auf die Tradition macht sich schon gut bei der Vermarktung. Und so kann man in einem Schloss Seminare abhalten, übernachten und auch heiraten – selbst dann, wenn es nicht das eigene ist.

Hohe aber dafür stabile Preise

Wenn es aber das eigene ist, so ist die Verbundenheit sehr stark, und die Schlösser werden nur aus triftigen Gründen verkauft – Geldnot ist es vorwiegend nicht. „In den seltensten Fällen ist der Grund für den Verkauf, dass es zu teuer ist“, meint Fridolin Angerer. Das ist auch ein Grund, warum diese Unikate eine „unglaubliche Preisstabilität aufweisen“, wie Evelyn Hendrich meint. Zumal nicht nur die Immobilie an sich den Kaufpreis repräsentiert, sondern auch ihr Interieur. Das bleibt bei den meisten Verkäufen im Schloss, „und nur persönliche Einrichtungsgegenstände oder Erbstücke aus dem Familienbesitz werden mitgenommen“, so Angerer.

Der Familiensitz

Apropos Familien(be)sitz. Dieser spielt bei vielen Überlegungen auch eine Rolle, wie Evelyn Hendrich meint: „Es ist tatsächlich so, dass Menschen ein Schloss für ihre Familie suchen.“ Diese ist manchmal über die ganze Welt verteilt. und diese außergewöhnliche Immobilie dient als zentraler Lebenspunkt, an dem man sich immer treffen kann. Vornehmlich wieder in Österreich. Durch die Krise ist vielen bewusst geworden, dass die Lebensqualität in Österreich wirklich exzellent ist.


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Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit über 20 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen.